Wie im Zoo

In Swakopmund hatten wir durch eine Frau an der Rezeption in unserer Unterkunft das Glück, an einer katholischen Messe in den Townships teilzunehmen.

Das war eine Erfahrung, die wir definitiv nicht mehr missen möchten.
Eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes sang sich der Chor bereits warm und stellte dadurch der Gemeinde die Melodien der Lieder vor. Im Anschluss daran wartete ein Gottesdienst auf uns, der wirklich von der Gemeinde für die Gemeinde war. Der Gemeindepfarrer konnte aus irgendeinem Grund die Messe nicht leiten, so dass die Gemeinde ohne ihn ihren Gottesdienst feierte.

Am meisten beeindruckte uns die Musik bzw. der Gesang des Chors und der Gemeinde. Es war so stimmgewaltig, dass wir fast mitgerissen wurden mit zu singen, uns hielt einzig die Sprachbarriere davon ab.

Nach einer Stunde mussten wir die Kirche leider verlassen und auch wenn wir auf Grund unserer Hautfarbe und der schlichten Trekkingkleidung auffielen, hatten wir das Gefühl willkommen zu sein.
Als wir die Kirche verließen, folgte uns ein Gemeindemitglied und bedanke sich dafür, dass wir an dem Gottesdienst teilgenommen haben.

Danach ging es direkt weiter nach Spitzkoppe. Dort konnten wir uns einen Unterschlupf der Buschmänner mit deren Höhlenmalereien anschauen und ein weiteres Mal den wunderschönen Sonnenuntergang Afrikas genießen.

Am nächsten Tag besichtigten wir mit einem lokalen Guide zusammen ein Himba Dorf. Dort konnten wir einen Ureinwohnerstamm ansehen und unserem Guide Fragen zu dem Stamm und deren Kultur stellen.

Fotos waren so viele und von was wir wollten erlaubt.

Schon auf dem Weg zu dem Nomadenstamm hatten wir das Gefühl, dass wir zu einem Zooausflug fahren würden.

Das Gelände war großräumig mit Zäunen abgesperrt, es gab ein Eingangstor mit einem schönen Schild, was auf den Himba Stamm hinwies, und einen verhältnismäßig großen Parkplatz. Dort empfing uns auch unser lokaler Guide.

Nachdem wir „Hallo“ und „Dankeschön“ in der Sprache der Himba gelernt hatte, folgten wir unserem Guide den kurzen Weg ins Dorf.

Dort warteten bereits die Frauen des Dorfes auf uns, indem sie auf Decken saßen, ihre traditionelle Kleidung trugen (sie bestand ausschließlich aus einem Lendenschurz) und uns Handgemachtes anboten.

Spätestens jetzt fühlten wir uns wirklich wie im Zoo.

Ohne zu Fragen konnten wir nun die Frauen auf ihren Decken aus allen Richtungen und in jeder Zoomeinstellung der Kamera fotografieren.

Da wir es ziemlich geschmacklos fanden diese Frauen „wie Tiere zu behandeln“ distanzierten wir uns relativ schnell von ihnen und schauten uns ein wenig das Dorf an.

Kaum hatten wir uns von den Frauen entfernt, kam eine Horde Kinder auf uns zu gerannt, die wir auch erst zufrieden stellen konnten, als wir einige Minuten mit ihnen zusammen spielten. Sie waren alle sehr höflich und gut gelaunt, auch wenn wir das Gefühl hatten, dass wir Touristen die Einzigen waren, die sich bewusst mit den Kindern beschäftigten.

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Die Häuser waren aus Holzpfählen erbaut, die mit Kuhmist zusammen gehalten wurden und mit Strohdächern bedeckt waren.

In diesen Häusern befanden sich ausschließlich eine Feuerstelle und ein paar Hacken an den Wänden.

Zum Schlafen legen sich die Himba einfach mit einer Decke auf den Boden und wobei die Männer noch eine Kopfstütze verwenden dürfen.

Wir waren froh, als wir dieses Gelände wieder verlassen konnten.

Danach fuhren weiter zum Etosha Nationalpark, in der Hoffnung vier der Big 5 zu sehen (Büffel gibt es dort nicht). Zu den Big 5 gehören Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden und Büffel.

Im Nationalpark waren wir wirklich im Zoo angekommen.

Hier haben wir alles gesehen, was es dort so an großen Tieren gibt.

giraffe

Angefangen bei Springböcken, Oryx Antilopen, Schakalen und Gnus, über Zebras, Giraffen, Hyänen und Warzenschweinen bis hin zu Nashörnern, Löwen, Elefanten und einem Leoparden.

Wir haben so viele Gnu-, Springbock-, Oryx- und Zebraherden gesehen, dass wir am Ende so verwöhnt waren und gar nicht mehr wirklich anhielten, um ihrem Treiben zuzusehen.

Wir hatten aber nicht nur Glück, dass wir so viele Tiere gesehen haben, die meisten kamen sogar so nah an uns heran, dass wir sie fast hätten streicheln können.

Selbst die Löwen haben sich direkt neben der Straße in den Schatten eines Baumes gelegt.

loewen

In der Nähe unserer Campingplätze gab es künstlich angelegte Wasserlöcher, die wir fußläufig erreichen konnten.

Die Bereiche zwischen Wasserloch und Menschen waren natürlich mit sehr guten Zäunen abgesperrt, so dass wirklich ein wenig das Zoogefühl aufkam.

Abends nach dem Sonnenuntergang hatten wir dann das Gefühl, in einer Theateraufführung zu sitzen.

Am ersten Abend spielte ein echter Krimi zwischen zwei Nashörnern, die sich gegenseitig das Wasserloch streitig machten.

nashorn-am-wasserloch

Am zweiten Abend gab es ein Theaterstück mit mehreren Akten.

Im ersten Akt trat die Nashornfamilie mit ihren kleinen Jungen auf die Bühne, nach Verlassen des Wasserloches trat der Elefantenbulle auf und die Giraffen standen schon in den Startlöchern, um nach dem Elefant auf die Bühne zu betreten. Einfach großartig!

Auch mittags war einiges los am Wasserloch. Wir verbrachten dort zwei Stunden, ohne zu bemerkten, wie die Zeit verflog. Wir sahen einer Elefantenherde beim Trinken und Baden zu.  Besser als im Zoo oder jede Tierdokumentation im Fernsehen.

elefanten-am-wasserloch

Heute verließen wir den Etosha Nationalpark wieder und machten uns auf, die Hauptstadt Namibias Windhoek zu erkunden.

One thought on “Wie im Zoo”

  1. Bitte verzeiht uns die Rechschreib- und Grammatikfehler. Wir hatten so gut wie gar keine Zeit den Bericht zu verfassen und online zu stellen. Beim nächsten längeren Stopp versuchen wir ihn zu überarbeiten!!

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