Weihnachten ist dann mal ausgefallen

Unser Weg führte uns weg von Mordor und hinein in das Thermalgebiet der Nordinsel.

Den ersten Stopp legten wir in Taupo ein.
Dort gab es dann auch direkt ein Bad in natürlichen heißen Quellen.
Die waren nun auch so, wie man sich natürliche heiße Quellen vorstellt.
Sie wurden von einem kleinen Bach gespeist, der an einem Ende als kleiner Wasserfall hinabplätscherte und an der anderen Seite in leichten Stufen nach unten führte und wir saßen mitten drin. Falls es uns dann doch einmal zu warm wurde und wir eine Abkühlung benötigten, schwammen wir einfach ein paar Zentimeter von der Quelle weg und kühlten uns ab.


Abends gab es dann noch eine kleine Schifffahrt. Wir wollten unbedingt noch einen Felsen sehen, der von den Maori (Ureinwohner Neuseelands) behauen wurde. Leider konnten wir diesen Felsen nur über das Wasser erreichen, weshalb es keine andere Alternative gab, als ein Schiff zu nehmen. Dafür gab es in Taupo dann aber recht viele Anbieter für eine solche Schifffahrt. Wir wählten den Günstigsten, da es uns ja nicht auf die Fahrt an sich ankam… und doch hatten wir unglaubliches Glück. Wir wählten die fünf Uhr Fahrt, also die letzte Fahrt des Tages und dies war eine Dinnerfahrt.
Somit zahlten wir den ganz normalen Betrag, wie zu jeder anderen Uhrzeit auch, bekamen dafür aber noch Pizza, Küchlein und so viel Bier, Wein und Softdrinks, wie wir trinken konnte.


Die Fahrt war aber nicht alleine nur deswegen gut. Der Felsen hat sich wirklich gelohnt. Unglaublich in welcher mühevollen Kleinarbeit die Maori diesen Felsen bearbeitet haben. Traumhaft schön und beeindruckend zugleich.


Am Heiligabend ging es morgens dann zunächst zum „Thermalwonderland“. Morgens um 10:15 Uhr soll dort ein Geysir ausbrechen. Dies wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Da wir früh dran waren, hatten wir eine super Sicht auf den Geysir. Zu unserer Überraschung kam dann jedoch um 10:15 Uhr eine Dame des Nationalparks zu dem Geysir, stellte sich mit ihrem Mikrofon direkt daneben und erklärte den Zuschauern ein wenig über die Geschichte dieses Geysirs.


Im Anschluss daran schüttete sie ein wenig Seifenpulver in den Geysir, um einen Ausbruch hervor zu rufen. Sie erklärte uns, dass er sonst wohl auch ausbrechen würde, jedoch nicht regelmäßig jeden Morgen um 10:15 Uhr. Einen Vorteil sahen wir dann auch in diesem Seifenpulver: Nun roch der ausbrechende Geysir nicht mehr nach Schwefel, sondern nach Seife. Schon ein etwas angenehmerer Geruch.

Im Anschluss an den Ausbruch, der ganz nett war, sahen wir uns das „Wonderland“ an sich etwas genauer an.
Die Farben dort waren beeindruckend. Leuchtend orangene Steine, giftgrüne Seen und blubbernde kleine Schlammlöcher. Viel besser hätte er Heiligabend gar nicht starten können.


Danach machten wir uns auf nach Hobbiton.
Wir hatten wieder die letzte Tour des Tages gebucht, in der Hoffnung vielleicht ein bisschen mehr Zeit im Restaurant „Grüner Drachen“ zu bekommen, um dort gemütlich zu essen.

Nach deutscher Manier waren wir natürlich überpünktlich am Treffpunkt, sodass wir vom Guide der vorletzten Tour gefragt wurden, ob wir nicht schon bei ihm mitfahren möchten. Wir entschieden uns, dass wenn wir nun schon einmal da seien, wir dann auch bei ihm die Tour mitmachen können und vielleicht gewinnen wir so ja noch ein wenig Zeit im Restaurant.


Hobbiton war sehr beeindruckend für uns. Der Guide hat seinen Job großartig gemacht. Er hat uns so viel Zeit, wie wir wollten an jeder einzelnen Hobbithöhle gegeben, stand jeder Zeit bereit um Fotos von einem zu schießen und hat uns nie weitergetrieben. Was zur Folge hatte, dass uns die spätere Tour recht schnell auf den Fersen war. Also gut, dass wir die frühere Tour genommen hatten.
Wir erfuhren ebenfalls auch allerlei interessante Details über den Dreh der sechs Filme („Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“).

Kurz vor dem Ende der Tour machten wir unseren Stop am Grünen Drachen. Im Internet haben wir uns vorher die Speisekarte angesehen. Vermutlich war der Fehler, dass wir mal wieder dem Internet vertraut hatten.
Es war keine große Speisekarte gewesen. Jedoch hatten wir uns überlegt, dass es doch nett wäre zum Heiligabend einen Eintopf mit einem Glas Bier zu sich zu nehmen.
Die Bedienung sagte uns jedoch, nachdem wir keinen Eintopf auf der Karte gefunden hatten, dass es diesen nur im Winter gäbe und hier ja im Moment Sommer sei. Somit hatten wir die Auswahl zwischen allerlei kalten Kleinigkeiten, aber keinem wirklichen Abendessen. Da es ein Getränk bei der Tour kostenlos dazu gab und uns nichts mehr von der Karte ansprach, blieb es bei diesem einen Getränk.


Nach der Tour, die auf Grund unseres Guides eher 2 ½ Stunden, anstatt 2 Stunden gedauert hat kehrten wir mit einem leicht knurrenden Magen zu unserem Auto zurück.

Die Fahrt nach Hamilton zu unserem Hotel sollte noch einmal eine knappe Stunde dauern und dort müssten wir dann ebenfalls erst einmal ein Restaurant finden, was noch einen Platz frei hat. Schließlich ist ja Heiligabend!
So aßen wir also im Auto sitzend vor den Toren von Hobbiton unsere Reste vom Vortag (Fischbrötchen) und fuhren in Hamilton nicht direkt zu unserem Hotel, sondern hielten noch kurz bei einer Filiale einer Fastfoodkette für ein Eis.
Ein etwas anderes Weihnachten.

Im Hotel stellten wir dann fest, dass wir doch eher nach Backpackern aussehen, als nach normalen Hotelgästen. In jeden Fall hatten wir das Gefühl, so behandelt zu werden.

Am nächsten Morgen beim Frühstück wurden vielen Gästen fröhliche Weihnachten gewünscht, uns hatte man dabei irgendwie vergessen. Es wurde uns leider auch nicht mitgeteilt, dass das Frühstücksbuffet bereits eine halbe Stunde früher als sonst abgebaut wird, damit das Lunchbuffet aufgebaut werden kann, wozu andere Hotelgäste eingeladen wurden, wir nicht.
Unser Plan war jedoch eh morgens in einen Weihnachtsgottesdienst zu gehen, da hier am ersten Weihnachtstag Weihnachten gefeiert wird. Heiligabend gibt es hier nicht. Selbst von unserem Hobbitonguide wurde uns am Heiligabend Frohe Weihnachten morgen gewünscht.

Wir fragten also an unserer Hotelrezeption nach, in welcher Kirche in der Nähe der nächste Weihnachtsgottesdienst stattfindet.
Wir schauten in zwei verwunderte Augen, die nicht glauben wollten, dass nun zwei Touristen wissen wollten, wann es den nächsten Gottesdienst gibt.
Die Antwort erstaunte uns dann jedoch umso mehr. Er wisse nicht, ob es an diesem Tag Gottesdienste geben würde, schließlich sei ja Feiertag und alles hätte geschlossen, aber da ja Sonntag sei, könnten wir Glück haben, sodass Gottesdienste doch stattfinden. Wir sollten einfach mal bei ein paar Kirchen vorbei fahren und schauen.
Danach bemühten wir das Internet, um Informationen zu bekommen, nur leider erfolglos.
Also fiel der Gang in die Kirche dieses Jahr dann leider aus.
Wir dachten uns jedoch, dass es schön wäre, abends schick Essen zu gehen. Wir suchten uns ein Restaurant, was uns gut gefiel aus und da es noch geschlossen hatte, konnten wir einen Tisch nur online reservieren.


Nach einem kleinen Spaziergang durch „Hamliton Gardens“, sahen wir uns in unserem Zimmer einen Film an und machten uns fürs Essen fertig.
Der Vorteil unseres Restaurants war, dass es von unserem Hotel aus fußläufig erreichbar war. Also schlenderten wir durch die Straßen zu unserem Restaurant und wunderten uns schon, dass recht wenig Menschen unterwegs waren und so wenig Restaurants geöffnet hatten. Aber wir hatten im Internet und am Restaurant selbst nachgesehen und es gab kein Schild oder Anhaltspunkt, welcher darauf hinwies, dass es am 25. Dezember geschlossen hat.
Also standen wir dann am Ende vor verschlossenen Türen unseres Restaurant und mussten feststellen, dass hier Restaurants geschlossen haben, auch wenn sie es nicht ankündigen.
Wir hatten uns Sorgen gemacht, ob wir überhaupt noch einen Platz in einem Restaurant bekommen würden, weil ja der erste Weihnachtstag ist und wir uns erst spät um unser Abendessen gekümmert hatten. Wir sind jedoch nicht auf die Idee gekommen, dass Gaststätten an diesem Tag geschlossen haben könnten.
So kehrten wir also zu unserem Hotel zurück, da wir auf unserem Weg, außer an einer Dönerbude an nichts vorbei kamen, was offen hatte.

Wir suchten also ein weiteres Mal im Internet nach Restaurants und wurden auch fündig. Da wir dazu gelernt hatten, riefen wir nun die Restaurants im Voraus an. Manche hoben den Hörer erst gar nicht ab, andere sagten uns, dass sie nun eine geschlossene Gesellschaft hatten und ein chinesisches  Restaurant erklärte uns, dass ihnen gerade der Reis ausgegangen sei und sie deswegen keine neuen Gäste mehr aufnehmen würden.
Da wir ja normalerweise unser eigenes Frühstück zubereiten, hatten wir noch etwas Toast und zwei kleine, alte Brötchen übrig. So gab es also als Weihnachtsessen, alte Brötchen und ungetoastetes Toast mit Käse und Marmelade.

Naja, heute Morgen, also am zweiten Weihnachtstag, war hier auch schon der Spuck von Weihnachten wieder vorbei.
Viele Geschäfte hatten wieder geöffnet und es machte den Anschein, als ob ein ganz normaler Arbeitstag wäre.
Wir entschieden uns, in Richtung Coromandel Halbinsel aufzubrechen und buchten eine Unterkunft für eine Nacht.


Nachdem wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen hatten, wollten wir in unsere Unterkunft einchecken. Dort wurde uns dann jedoch mitgeteilt, dass sie leider ausgebucht seien und sie unsere Buchung storniert hätten und ob wir ihre Nachricht nicht erhalten hätten. Da wir natürlich nach der Buchung kein Internet mehr hatten, hatten wir auch eine Nachricht erhalten können.
Da es in der näheren Umgebung auch keine Unterkunft mehr gab, gefühlt war plötzlich alles ausgebucht, fuhren wir zurück nach Hamilton, allerdings in eine andere Unterkunft und kauften uns eine Pizza und ein Stückchen Kuchen.

So richtig kam allerdings trotzdem keine Weihnachtsstimmung auf.

 

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