Verrückte Welt

Bereits auf dem Flug nach Kuala Lumpur konnten wir erahnen, dass es dort noch einmal völlig anders werden würde, als in den restlichen Teilen der Erde, die wir schon besichtigt hatten.

Als Alex im Flugzeug für sich einen Orangensaft und eine Cola bestellte, bekam er diese natürlich auch ausgehändigt. Ich hingegen wurde weder gefragt, noch bedient. So hatte dann jeder von uns ein Getränk.

Das bedeutete für mich, dass ich mich die nächsten zwei Tage nicht groß bemühen musste, dass Englisch der Malaien zu verstehen, sie würden eh nicht mit mir sprechen.

Und so war es auch. Ich wurde quasi ignoriert. Es war so, als ob ich Luft wäre. Ich wurde nicht angesprochen, mir wurde nicht einmal die Tür geöffnet. Wenn doch extra Personal dafür an den Türen stand und wenn ich doch einmal etwas sagte, wurde ich fast erschrocken angeschaut. Für Frauen, die nicht gerne selbst entscheiden, ein einfaches Leben, für alle anderen eher schwierig.

Als wir nach unserem zum Glück relativ kurzem Flug (zunächst sollten wir 27 Stunden unterwegs sein, nachdem wir aber für einen geringen Aufpreis unsere Flüge umbuchen konnten, waren wir bereits nach fünf Stunden in der Stadt) in unserem Hotel eincheckten, merkten wir, dass wir nicht die beste Sicht auf die Petronas Tower hatten, aber immerhin konnten wir sie von unserem Zimmerfenster aus sehen.

petronas-tower
Was für ein Unterschied zu Nepal. Eben waren wir noch in einer Stadt, in der man vor lauter Smog gar nicht mehr richtig Atmen wollte. Eine Stadt ohne Verkehrsregeln, ohne Abgasfilter und ohne Lärmempfinden. Auch wenn es die Hauptstadt von einem Land ist und bestimmt auch einer der modernsten Plätze in Nepal, der Unterschied zu Kuala Lumpur war gigantisch.
Wir fuhren auf einer durchgehend asphaltierten Straße, selbst die Autobahnen hatte hier durchgehend Straßenbeleuchtung (in Nepal fällt fast täglich für mindestens einige Minuten, meistens allerdings für mindestens eine Stunde der Strom aus) und nun gab es wieder so viel Strom, dass sogar Straßen damit beleuchtet und Gebäude angestrahlt werden konnten.

Am folgenden Morgen genossen wir in vollen Zügen das Frühstücksbuffet unseres Hotels. Wir erfreuen uns auch an den kleinen Dingen des Lebens: Verschiedene Brotauswahl, kostenloser Käse und Obst so viel wir wollten.

Danach erkundeten wir die Stadt ein wenig und schlenderte dabei von einem Einkaufszentrum zum nächsten und arbeiteten uns so immer weiter zu den Petronas Tower vor.

Was uns am Meisten überrascht hat, überall war Weihnachtsbeleuchtung aufgebaut und alles, wo wir auch hinschauten, bis hin zu den Straßenlaternen war weihnachtlich geschmückt. In einem Land welches islamisch geprägt ist, hatten wir das so gar nicht erwartet, dazu kommt noch, dass wir gefühlt alles andere als Weihnachtszeit haben. In Kuala Lumpur waren schwülwarme 30 Grad und durch die Lautsprecher der Läden trillerte Weihnachtsmusik. Wir kamen uns vor, als ob wir in einer amerikanischen Großstadt wären, aber nicht in Asien.

weihnachten-in-kl
Durch die Größe der Einkaufszentren war uns gar nicht so bewusst, wie schnell die Zeit verging. Erst am späten Nachmittag erreichten wir dann unsere Zwillingstürme, um noch ein paar Bilder im Hellen zu schießen.

Im Anschluss suchten wir uns ein Restaurant in der Nähe, damit wir die gleiche gute Sicht auch in der Dämmerung bzw. zur Abendbeleuchtung ein weiteres Mal genießen konnten.

In der Abendstimmung sahen die Türme noch einmal um ein vielfaches beeindruckender und schöner aus. Im Vordergrund gab es noch ein paar Wasserspiele und viel Platz, damit die Touristen den Autofahrern nicht den Weg versperrten.

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Als wir uns dann von der Ansicht der Türme losreißen konnten, landeten wir auf der anderen Seite der Türme, wo es ebenfalls Wasserspiele gab. Diese waren sogar bunt beleuchtet und zur vollen Stunde mit Musik untermalt. Da mussten wir einfach noch ein wenig Zeit verbringen.
Wir setzten uns an den Rand des Wassers und genossen die Aussicht auf die Türme mit den Wasserspielen im Vordergrund.

Nach einer geschätzten Dreiviertelstunde beschlossen wir dann endgültig den Heimweg anzutreten.

wasserspiele
Am nächsten Morgen ließen wir uns ein weiteres Mal das für hiesige Verhältnisse üppige Frühstücksbuffet schmecken und machten uns im Anschluss auf, die Stadt noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wir kauften uns zwei Hop on Hop off Bus Tickets und wurden durch die Stadt kutschiert.

Wir stellten fest, dass die Stadt doch mehr zu bieten hat, als nur die beiden Zwillingstürme.

An der Nationalmoschee stiegen wir aus, um uns einmal eine Moschee aus der Nähe anzusehen.
Zu unserer Überraschung konnten wir sie sogar kostenfrei besichtigen, aber natürlich nicht ohne angemessen gekleidet zu sein.
Alex hatte kein Problem, er trug eine lange Hose und ein T-Shirt, was für einen Mann völlig ausreichend war.
Bei mir war es schon schwieriger, ich trug wohl auch eine lange Hose, aber auch nur ein T-Shirt und meine Haare hatte ich auch nicht versteckt.

Nationalmoschee
Also half mir eine nette Dame in ein langärmliges Gewand, setzte mir ein Kopftuch auf und plötzlich war ich eine andere Person.

Alex größtes Problem war, dass die Moschee war darauf eingestellt, dass nicht muslimische Touristen die Moschee besichtigen wollen. Somit gab es eine große Anzahl von gleich aussehenden Kopftüchern und Gewändern die den Frauen ausgeliehen wurden. Da wir nicht die Einzigen waren, die die Moschee an diesem Tag besichtigen, war es für ihn gar nicht so einfach mich wieder zu finden, wenn er mich einmal aus den Augen gelassen hatte. Wir sahen halt von hinten alle gleich aus.
Vor dem Gebetsraum trafen wir auf einen Volunteer, der uns begeistert seine Religion ein bisschen verständlicher machen wollte.
Wir unterhielten uns mit ihm eine halbe Stunde und am Ende waren wir wohl nicht schlauer, was diesen Glauben angeht, aber es war trotzdem sehr interessant zu hören, wie seine Ansichten zu seinem Glauben waren.

Danach beendeten wir noch unsere Bustour, stiegen in der Nähe unseres Hotels wieder aus und machten uns danach schon auf den Weg zurück Richtung Flughafen, um unsere Weiterreise nach Neuseeland anzutreten.

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