Thorong La

Heute war der härteste Tag unserer ganzen Trekkingtour.
Wir hatten uns den Thorong La vorgenommen. Er ist 5416m hoch und ein Pass, den wir überqueren mussten, wenn wir nicht wieder umkehren wollten.

Also ging es gestern Abend bei leichtem Schneetreiben auf ca. 4400m Höhe um sieben Uhr abends ins Bett, in der Hoffnung ein wenig Schlaf zu bekommen.
Bei mir hat es auch ganz gut funktioniert. Alex hat es immerhin geschafft, bis ca. 24 Uhr zu schlafen, mein Vater war sich nicht ganz sicher, ob er überhaupt geschlafen hat.
So war es auch nicht mehr ganz so schlimm, dass um 3:40 Uhr der Wecker klingelte.
Um vier Uhr wartete dann ein nicht ganz so üppiges Frühstück auf uns (so richtig hungrig waren wir um diese Uhrzeit auch noch nicht) bis wir dann mit unserer Stirnlampe um 4:45 Uhr starteten.

Viel konnten wir um diese Uhrzeit ohnehin noch nicht sehen. Selbst diese wunderschöne Landschaft, durch die wir vermutlich durchgestiegen sind, blieb vorerst vor uns verborgen. Einzig und alleine konnten wir andere Wanderer auf unserem Weg über uns erahnen, die wie Glühwürmchen den Hang hochschwebten.

sonnenaufgang-im-aufstieg

Laut unseres Guides warteten 1000 Höhenmeter in ungefähr viereinhalb Stunden auf uns und dann weitere 1700 Höhenmeter bergab ins Tal.

Nach der ersten Stunde hatten wir das Höhenlager erreicht. Wir starteten im „Basislager“. Bereits am Höhenlager hatte ich mich auf dem Weg zwei Mal umgezogen, sechs Grad minus sind im Aufstieg mit Rucksack doch gar nicht so kalt, wie wir erwartet hatten ;-)

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir ein kleines, einsames Teehaus auf 5200m Höhe, wo sich jeder Wanderer versuchte aufzuwärmen. Wir natürlich auch. Dort legten wir unsere erste große Pause ein. Wir saßen windgeschützt in der kleinen Hütte bei einer Tasse heißen Zitrone und warteten darauf, dass uns die ersten Sonnenstrahlen erreichten.

gipfelfoto

Knapp eineinhalb Stunden später, standen wir am höchsten Punkt des Passes.
Unglaublich, wie viele Menschen sich diesen Marsch tatsächlich freiwillig antun. Wir haben schon deutlich gemerkt, dass die Luft um einiges dünner ist, als bei uns zu Hause.
Auch wenn wir durch die letzten Tage und Wanderung gut vorbereitet und akklimatisiert in den Tag gestartet sind, auf diese dünne Luft waren wir dann doch nicht vorbereitet. Wir hatten das Gefühl bereits längst im Rentenalter angekommen zu sein und nach jedem Schritt bergauf am Liebsten eine Pause zum Durchatmen zu machen.

Am „Gipfel“ wartete dann aber nicht nur eine unglaubliche Aussicht auf den Thorong Peak, sondern auch zur Belohnung nach „nur“ dreieinhalb Stunden Aufstieg (mit Pausen) ein angefrorenes Snickers. Und trotzdem wir alle noch keinen wirklichen Hunger hatten, war dieser Schokoriegel mit einer weiteren Tasse Heiße Zitrone mitten im Wind einfach nur ein Hochgenuss.

Danach warteten vier Stunden Abstieg auf uns.

thorong-peak

Nach dem ganzen Bergauf der letzten Tage eine nette Abwechslung. Nach den ersten eineinhalb Stunden merkten wir jedoch, dass der Tag für uns schon ganz schön lang und anstrengend war und die letzte Nacht nicht so richtig erholsam. So kam es uns ganz gelegen, dass wir nach knappen zweieinhalb Stunden bergab eine Mittagspause an einer Hütte einlegten, um bei einer Suppe und einer Tasse Heißen Zitrone den Tag Revue passieren zu lassen.

Von dort aus ging es nur noch eine knappe Stunde nach Muktinath, was vor allem bei Pilgern bekannt ist. Hier gibt es ein ganzes Tempelareal von hinduistischen und buddhistischen Tempeln.

tempel-in-muktinath

Nach einer kurzen Besichtigung der Tempel, bezogen wir unsere Zimmer im Hotel und freuten uns darüber, dass wir uns nach drei Tagen nun endlich wieder duschen konnten und das sogar heiß!

Nach einer ausgiebigen Dusche stießen wir mit Radler und Bier auf unseren persönlichen Höhenrekord von 5416 m an.

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