That’s what I’m talking about

Die letzten acht Tage haben wir in Rio de Janeiro verbracht.

Am ersten Tag versuchten wir ein wenig den Strand zu erkunden, unsere Freundin Kim bei ihrer Arbeit zu stören ;-) und sonst, es uns einfach gut gehen zu lassen.

relaxen-am-strand-mit-einer-kokusnuss
Der zweite Tag sah ähnlich aus, nur dass wir an diesem Tag im Decathlon shoppen wollten. Leider nicht so erfolgreich, wie wir es uns erhofften. Es gab eine viel geringere Auswahl, als wir gewohnt sind, dafür war alles etwas teurer :-(
Am Abend übernahmen wir die Rolle als Kims persönliche Pizzaboten (gar nicht so einfach, ohne zu wissen, ob es überhaupt Pizzerien in der Nähe gibt), um mit ihr gemeinsam zu Abend essen zu können.

Am nächsten Morgen stieß dann Robert zu uns. Hauptsächlich war für seine Freundin (Kim) nach Rio gereist. Da sie allerdings leider viel zu viel zu tun hatte, verbrachten wir die restlichen Tage mit Robert zusammen und wenn Kim es einrichten konnte, natürlich auch zu viert.

Es tat schon gut Freunde aus der Heimat zu treffen und über den ganz normalen Alltag informiert zu werden.

Am 07. September stand dann die Eröffnungsfeier der Paralympics an und wir hatten Tickets.

Ein Traum!!!
Vormittags wollten wir uns eigentlich ein wenig zusammen mit Robert die Gegend um das Maracana Stadion (es ist das Stadion, in dem unsere Fußballherren Weltmeister geworden sind) anschauen, aber da es gefühlt mittig in einem Wohngebiet steht, setzten wir uns einfach in die Sonne und unterhielten uns, bis wir das Stadion betreten und auf unseren Sitzplätzen platznehmen konnten.

eroeffnungsfeier

Die Veranstaltung war herrlich.
Ein Highlight jagte das Nächste und wenn während des Einmarsches der Athleten, die Stimmung drohte abzufallen, wurden immer wieder Laolawellen ins Leben gerufen, um sich ein wenig selbst zu feiern.

Am Tag danach fing dann quasi der Stress an ;-)

Wir haben uns so viele Sportveranstaltungen live anschauen wollen, wie irgendwie möglich. So gingen wir jeden morgen früh aus dem Zimmer und kehrten erst spät abends wieder zurück.

Wir haben es nicht einmal geschafft uns mit Bekannten zu treffen, die wir während unserer Reisen getroffen hatten und die gleichzeitig mit uns in Rio waren. Sehr schade…
Aber die Spiele waren sooo… beeindruckend, dass wir uns gar nicht anders entscheiden konnten.

Direkt bei unserem ersten Event (Gewichtheben) sahen wir einen neuen Weltrekord. Obwohl die Spielstätte am ersten Veranstaltungstag noch nicht gefüllt war, war selbst bei so einer Randsportart ordentlich Stimmung.

Mit am besten hat uns allerdings Rollstuhlbasketball der Frauen gefallen. Es ist ein schnelles, taktisches Spiel mit einer gigantischen Stimmung in der Halle. Erst recht, als die Deutschen Frauen gegen die Brasilianerinnen gespielt haben. Die Halle tobte und dass obwohl die Brasilianer Haus hoch verloren.

rollstuhlbasketball-der-frauen

Faszinierend war auch Blindenfußball. Da wir von zu Hause laute Stadien mit Stimmung kannten, war dies für uns eine ganz neue Erfahrung.
Im Stadion wird um Ruhe gebeten und es wird auch wirklich eingehalten.
Wir sahen also ein Fußballspiel in absoluter Stille. Nur nach einem Torschuss merkten wir schnell, dass wir in einem sehr gut gefüllten Fußballstadion saßen.

Da wir im Fernsehen vor allem gerne Leichtathletik schauen, durfte diese „Sportart“ auf unserer Liste natürlich nicht fehlen.
Wir sind nun der Meinung, dass sich dies im Fernsehen mehr lohnt anzusehen, da dieses Stadion so groß war und so viele Disziplinen gleichzeitig liefen, dass die einzelnen Erfolge ein bisschen verloren gingen.
Schön war jedoch, dass wir in der Nähe der 100 Meter Strecke saßen und direkt auf dem Platz hinter uns, die Familie einer US Amerikanischen Teilnehmerin. Das der Vater mächtig stolz auf seine Tochter war, war nicht zu überhören. Am Ende ihres Finallaufes feuerte sie der gesamte Block an und als sie dann auch noch die Bronzemedaille holte, waren alle aus dem Häuschen.
Der stolze Vater konnte gar nicht mehr aufhören seine Tochter lautstark mit den Worten „That‘s what I’m talking about“ zu beglückwünschen.

Leichtartletik

Während ihrer Siegerehrung bekam sie dann auch die meiste Aufmerksamkeit, da der ganze Block mittlerweile zu einem Fanblock geworden war und als die gerade mal Sechzehnjährige ihrer Familie die Medaille präsentieren wollte, standen die nächsten 30 Minuten lang die Massen Schlage, um von ihren neuen Helden (Vater und Tochter) ein gemeinsames Foto zu ergattern.
Wunderschön! Wir waren zu Tränen gerührt!

An diesem Abend gab es noch ein weiteres, für uns ganz besonderes Highlight. Wir durften Kim und Robert in das offizielle Österreich Haus der österreichischen Mannschaft begleiten. Während den Olympischen Spielen wurde wohl immer wieder über die Partys in diesem Haus berichtet und jetzt waren wir da.
Für die Paralympics wurde mehr Wert auf Freundschaft und Familie gelegt, so dass es ein sehr gemütlicher Abend wurde, mit herrlichem Essen.
Es gab vieles, was wir die letzten Monate vermissten und schätzen gelernt hatten.
Zum Beispiel frisch gebackenes Körnerbrot, herzhaften Käse und Landjäger. Es gab eine so gute Wurst und Käseplatte, dass ich gar nicht richtig das warme Buffet probieren konnte. Zum Nachtisch wurde uns zur Krönung noch eine große Portion Kaiserschmarrn serviert.

essen-im-oesterreichhaus
An diesem Abend gingen wir kugelrund aber über glücklich ins Bett.

An unserem letzten Tag versuchten wir in Rio noch ein wenig Sightseeing einzubauen.
Es  konnte ja nicht angehen, dass wir über eine Woche in Rio verbrachten und nicht einmal den Zuckerhut oder die Christusstatue gesehen hatten.

Also beschlossen wir drei, dass wir zur Christusstatue hochfahren wollten und von dort dann auch Fotos vom Zuckerhut zu schießen.
Nach ein paar anfänglichen Problemen an ein Ticket zu kommen, standen wir oben, zu Füßen der Christusstatue und genossen so gut es ging die Aussicht über die Stadt.

Christusstatue

Abends schafften wir es mit Kim das letzte Mal gemeinsam brasilianisch Essen zu gehen, bis wir uns verabschieden mussten, um nun zu einem neuen Kontinent aufzubrechen.

2 thoughts on “That’s what I’m talking about”

  1. Wahnsinn!!! Das hört sich ja super toll an. Danke für den schönen Einblick :D
    Fühlt euch fest gedrückt und viel Spaß in Afrika! Nicht vergessen: hakuna matata

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