Public Holidays

Die letzten Tage haben wir es ruhig angehen lassen.

Eigentlich wollten wir ein paar Tage auf der Coromandel Halbinsel verbringen.
Nachdem unsere erste Nacht aber schon gecancelt wurde, überlegten wir uns, dass wir am folgenden Tag nicht noch einen weiteren Versuch starten sollten, sondern erst einmal an die andere Küste in Richtung Westen fahren sollten, um uns dort den „Bridal Veil“ Wasserfall anzuschauen und weiter Richtung Strand zu fahren.

Der Wasserfall war, wie bis jetzt jeder Wasserfall in Neuseeland, sehr sehenswert. Er war wirklich ein bisschen so, wie man sich einen Brautschleier vorstellt. Dazu gab es noch eine kleine Wanderung, um sich die Beine zu vertreten.


Der darauf folgende Strand hat sich allerdings weniger gelohnt. Es war halt ein Strand, nicht besonders groß, der Sand nicht besonders weich, einfach ein Strand. Da das Wetter auch nicht so recht wusste, ob es nun sommerlich sein wollte oder doch eher ein bisschen windig und wolkenverhangen, war das Baden im Meer keine große Verlockung.

So fuhren wir wieder relativ schnell zurück nach Hamilton, um dort die Zeit zu nutzen und unsere Australienreise endlich ein wenig zu planen. Das hatten wir bis dahin mehr als stiefmütterlich behandelt. Aber immerhin haben wir ja noch knapp zwei Wochen bis wir in Australien ankommen, also noch lange, lange hin…

Am nächsten Tag führte kein Weg mehr an Coromandel vorbei. Eine Unterkunft haben wir nicht buchen können, da online bereits alles ausgebucht war, aber wir hofften darauf, einfach einen Platz für unser Zelt auf einem Campingplatz zu ergattern.


Zunächst wollten wir den „Hot Water Beach“ besichtigen. Ein Strand an dem man sich zur Ebbe kleine, eigene Pools im Sand buddeln kann, die sich dann mit heißem Grundwasser füllen. In der Nähe gibt es jedoch auch noch Cathedrale Coves, die auch nur bei Ebbe besichtigt werden können. Wir entschieden uns dafür, zunächst zu den Cathedrale Coves zu fahren, da uns die letzten auf der Südinsel sehr gut gefallen hatten.
Als wir auf das Dörfchen, wo die Höhlen sein sollten, zu fuhren, ahnten wir schon böses. Hier sahen wir, dass vor dem Dorf ein „Park and Ride“ Parkplatz angelegt war, mit einem Busshuttle Service zu den Höhlen, natürlich kostenpflichtig.

Am eigentlichen Parkplatz für die Höhlen wussten wir dann, warum es diesen „Park and Ride“ Parkplatz gab. Der Parkplatz oben war wohl kostenlos, aber deswegen auch so überfüllt, dass wir nach fünf Runden im Kreis fahren, um einen vielleicht frei werdenden Parkplatz zu ergattern, aufgaben und hinunter zum Strandparkplatz fuhren. Von dort führte ein Wanderweg (1,5 Stunden) zu den Höhlen.
Eigentlich eine schöne Sache. Wir hatten nur ein wenig Angst, dass wir dann die Ebbe verpassten und die Höhle nicht mehr sehen konnten.
Unsere Bedenken waren aber unnötig. Wir brauchten natürlich nicht die angegebenen eineinhalb Stunden, sodass wir noch rechtzeitig an den „Cathedral Cove“ ankamen.


Warum jedoch so viele Menschen zu diesen Höhlen wollen, verstehen wir nicht.
Es war ein Felsbogen am Strand, durch den wir hindurch gehen konnten und an der anderen Seite lag noch ein weiterer kleiner Strand, der zum Sonnenbaden einlud. Aber die Cove an sich, waren für uns nicht annähernd so schön, wie die auf der Südinsel.

Nach den Cove war es dann jedoch zu spät für den Hot Water Beach.

So fuhren wir in das nächst größere Örtchen, zu einer Touristeninformationen, um vielleicht Infos für eine Unterkunft zu bekommen.
Als wir die Mitarbeiterin dort fragten, wo wir denn übernachten könnten, wurden wir von ihr ausgelacht. Danach erklärte sie uns, dass die komplette Halbinsel die gesamte Woche ausgebucht sei. Als wir fragten warum, lachte sie erneut und sagte, weil gerade Hauptsaison sei. Und als wir sie dann ein wenig herausforderten und fragten, warum sie denn gerade hier Urlaub machten, bekamen wir die Antwort, weil es hier Strände gibt und es hier schön sei.
Durch die vielen Menschen konnten wir vielleicht den Charme dieser Gegend nicht so recht wahrnehmen und die Erklärung, weil wir hier Strände haben, faden wir schon recht amüsant. Immerhin leben die Neuseeländer auf zwei Inseln, wo die Meereskünsten nie weiter als 130 km von einander entfernt liegen und das Land an sich zwischen 15000 und 18000 km Küstenlinie hat.
Die Strände, die wir gesehen hatten waren auch recht hübsch, aber nicht anders, als all die anderen Strände, die wir in Neuseeland gesehen haben.

Für uns war die Coromandel Halbinsel bei weitem nicht der schönste Ort Neuseelands.

Nach unserem wenig informativen Besuch in der Touristeninformation versuchten wir unser Glück bei einem Campingplatz. Dieser hatten sogar noch einen Zeltplatz für eine Nacht frei. Der Betreiber wollte jedoch auch genauso viel Geld dafür haben, wie wir für unsere Unterkunft in Hamilton bezahlt hatten.
Da wir ebenfalls nicht genau wussten, was wir am nächsten Tag auf der Halbinsel noch unternehmen sollten, entschieden wir uns nach Thames zu fahren. Das lag wohl noch auf der Halbinsel, jedoch abseits der „schönen“ Strände. Dort gab es wieder Unterkünfte zu normalen Preisen.
Von dort aus konnten wir am nächsten Tag zu einer netten Wanderung in die „Pinnacles“ aufbrechen, eine schöne mehrstündige Wanderung durch zerklüftete Felsen und Wälder. Die Region hat uns ein wenig an das Elbsandsteingebirge erinnert.


Im Anschluss fuhren wir dann nach Auckland, da hier die Unterkünfte wieder zu normalen Preisen angeboten wurden und wir die Zeit nutzen konnten noch einmal Minigolf zu spielen.

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