Plan „D“

So, nach zwei Tagen Erholung in Puerto Natales ging es Alex wieder so gut, dass wir erneut zum Torres del Paine NP aufbrechen konnten.
Das „O“ und das „W“ hatten wir auf Grund der Wetterlage nun ganz abgeschrieben.
Wir wollten allerdings aus Richtung Pehoe See auf die Berge zu laufen, da wir uns eine wunderschöne Aussicht erhofften. Am nächsten Tag sollte es zum Grey Gletscher weitergehen, dort übernachtet werden und am dritten Tag dann einfach wieder runter vom Berg und mit dem Katamaran und Bus zurück nach Puerto Natales.
… Soweit Plan „A“…

Diese Tour schien nun auch unter einem guten Stern zu stehen. Am Pehoe See wurden wir mit einer wunderschönen Aussicht nach fünf Stunden Gegenwind belohnt. Den gesamten Vormittag hingen dicke Regenwolken in den Bergen und bei unserer Ankunft am See war schönstes Sommerwetter.

Lake Pehoe und Cuernos del Paine
Auf Grund des Windes gestaltete sich die Zeltplatzsuche im Paine Grande Camp nervenaufreibender als erwartet. Entweder waren wir zu exponiert oder der Boden war zu uneben. Am Ende hatten wir einen Platz gefunden, unser Zelt den ersten Härtetest überstanden und einem anderen Zelt unfreiwillig Windschutz geboten… …unglaublich, das andere Zelt wurde direkt an unseres angebaut (wir konnten selbst deren nächtlichen Aktivitäten belauschen).

Eine nette Besonderheit in diesem Camp war, dass es eine warme Hütte zum Kochen und Speisen gab. Im Laufe des Abends kamen wir dort mit vielen anderen Wanderern ins Gespräch. Mit einer verbringen wir vielleicht in Alaska noch einmal etwas Zeit (Rein aus Belgien).
Außerdem bekamen wir mit, dass einige unsere Tour für die nächsten zwei Tage an einem Tag machten, mit leichtem Tagesgepäck losgehen und das Zelt unten im Camp stehen lassen.
So kamen wir ins Grübeln, eigentlich eine gute Idee, aber was sollten wir dann am dritten Tag machen, bevor der Katamaran ablegt.

Plan „B“: Wir gehen zum Gletscher als Tagestour und genießen am nächsten Tag das Nichts-Tun.
Oder
Plan „C“: Ganz schön sportlich gedacht, wir gehen wie im Plan „B“ mit Tagesgepäck los, übernachten eine weitere Nacht im Paine Grande Camp und gehen am nächsten Tag von dort bis zum Las Torres Camp. Also quasi das „U“.

Rein schüttelte immer nur den Kopf, wenn sie sah, dass wir mal wieder planten… entscheiden wollten wir es aber erst am nächsten Tag…

Wir entschieden uns bei strahlendem Sonnenschein, dass wir zunächst mit Tagesgepäck losziehen und vertagten die Entscheidung für Plan „B“ oder „C“.

Grey Gletscher und See
Am ersten Aussichtspunkt zum Gletscher bemerkten wir, dass wir zügig unterwegs waren, dass wir traumhaftes Wetter hatten und sich unsere Beine gut anfühlten. Also schossen wir ein paar Fotos, stiegen wieder hinunter ins Camp, packten unsere Sachen zusammen und gingen in Richtung Las Torres Camp.

Pause beim U mit Aussicht
Bis Las Torres sollte es ein 9 ½ Std. Marsch werden, bis zum nächsten Camp Italiano allerdings nur 2 ½ Std. Dort angekommen, wollten unsere Beine weiter. Eine halbe Stunde entfernt, gab es bereits ein weiteres Camp.

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht
Dieses sagte uns auch nicht zu und nach dem Motto „Alles was wir heute schaffen, müssen wir morgen nicht machen“ gingen wir noch zwei Stunden weiter zum Cuernos Camp.
In diesem Camp trafen wir abends überraschender Weise Rein wieder, die wissen wollte, ob wir uns nun für „A“, „B“ oder „C“ entschieden haben, worauf wir mit „D“ antworteten, sie verdutzt schaute und alle anfingen zu lachen. Ein herrlicher Abend nach einem langen Tag.

Abendessen im Cuernos Camp
Nach einem stärkenden Frühstück ging es dann die letzten 4 Stunden zum Las Torres Camp, unserer Endstation.

Lecker Frühstück im Zelt im Cuernos Camp

Am Abend in Puerto Natales belohnten wir uns dann mit einer ausgiebigen Dusche, frischgewaschenen Sachen, Chicken Nuggets mit Gemüse und für jeden einen Liter Radler. Bier ist hier in Literflaschen günstiger ;-)

2 thoughts on “Plan „D“”

  1. Ganz toll geschrieben. Beste RL-Doku im Netz! :P Freue mich riesig für euch, habt eine tolle Zeit, ich hoffe auf weitere spannende Berichte, und kommt bloß heil wieder. lG

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