Pech gehabt

In den letzten Tagen ereile uns ein Phänomen, was uns auf unserer gesamten Reise begleitet hat, uns jedoch nie so bewusst war wie jetzt.

Immer wenn wir gezielt nach etwas gesucht hatten, was wir zum Beispiel zuvor im Internet gesehen hatten, mussten wir feststellen, dass unsere Informationen veraltet waren und das zu sehen Erhoffte längst nicht mehr ausgestellt oder vorgeführt wird.

So kam es also, dass wir im Internet herausgefunden haben, dass es in Wellington im Nationalmuseum „Te Papa“ einen lebensgroßen Ork geben soll.

Als wir dann auch noch lasen, dass das Museum kostenlos zu besuchen ist, machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf, das Museum zu besichtigen.
Schon irgendwie grotesk. In den letzten Tagen haben wir uns darüber beklagt, dass wir nur Regen hatten und jetzt, als wir endlich gutes Wetter hatten, verbringen wir den Tag in geschlossenen Räumen.

Im Museum erfragt wird natürlich zu aller Erst, wo wir denn den Ork finden könnten.
Wir wurden in den Museumsgarten geschickt. Ein wirklich hübsch angelegter Garten, der die Natur der zwei Inseln schön wiederspiegelt. Selbst eine kleine Hängebrücke fehlte nicht. Nur von unserem Ork war keine Spur zu sehen.
Also stiefelten wir zurück in den Eingangsbereich des Museums und fragten einen anderen Mitarbeiter, wo wir denn nun unseren Ork fotografieren könnten.
Wir waren uns nicht sicher, ob in seinem Gesicht Verwunderung, Mitleid oder Schadenfreude zu lesen war, jedenfalls teilte er uns mit, dass dies ein modernes Museum sei, was mit der Zeit ginge und der Ork seit Jahren schon nicht mehr Bestandteil des Museum sei.
Aber auch ohne dieses Herr der Ringe Exponat sollte das Museum viel zu bieten haben.


Das stellten wir daraufhin auch fest. Ohne wirklich zu merken, wie die Zeit verging, verbrachten wir geschlagene sechs Stunden in dem Museum, bis Alex herausfand, dass in der Nähe ein Cricketspiel stattfinden sollte.

Also machten wir uns auf, das Stadion zu suchen. Wir folgten einfach zwei Jungs, die sportlich angezogen waren und einen Cricketschläger in der Hand hielten. Wir dachten uns, dass deren Weg auch für uns nicht ganz so falsch sein konnte.
War er auch nicht, nur dass wir am „Stadion“ feststellen mussten, dass es nicht das erhoffte Erstligisten-Spiel mit viel Stimmung ist, sondern ein Randligaspiel, zu dem die Familien hinströmten, um sich gemütlich mit einem Picknickkorb das Spiel an zu sehen. Also nicht ganz das, was wir uns erhofft hatten.

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf die Suche nach einem Elefantenfelsen.
Eine Freundin zeigte uns ein Foto und fragte uns, ob wir diesen auch besichtigen würden.

       Quelle: www.40south.co.nz/photos/YY7S7838.jpg

Es kostete uns schon ein wenig Mühe heraus zu bekommen, wo denn dieser Felsen in Neuseeland steht und ob er überhaupt annähernd in unsere Route passte.
Die Suche nach „Elefanten Rock“ ergab natürlich keinen Treffer. Wir fanden die „Elefantrocks“. Die befinden sich allerdings auf der Südinsel und haben mit dem Bild, was uns gezeigt wurde, nicht viel gemeinsam. Irgendwann fanden wir dann den richtigen Ort oder hofften es zu mindestens.

Unser Weg führte uns, die Westküste der Nordinsel in Richtung Norden, zu den „Three Sisters“.

Und es schien alles perfekt zu sein. Wir waren genau zur richtigen Zeit am Strand angekommen, da gerade Ebbe war und hatten dazu noch schönen Sonnenschein, mit ein paar Wolken am Himmel, die sich auf Fotos ja auch immer ganz gut machten.
Zusätzlich waren schon die warmen Farben des bevorstehenden Sonnenuntergangs zu sehen. Also wirklich alles perfekt.

Am Parkplatz trafen wir ein anderes Pärchen, die wir direkt fragten, ob wir denn hier für den Elefantenfelsen an der richtigen Stelle wären.
Sie konnten uns leider nicht weiterhelfen. Wir bekamen die Antwort, dass die „Three Sisters“ wunderschön aussehen würden, sie einen Felsen, der wie ein Elefant aussehen soll, aber nicht gesehen hätten.

Wir machten uns trotzdem voller Zuversicht auf den Weg zum Strand und am Strand entlang.

Nach einem kurzen Spaziergang konnten wir dann auch die „Three Sisters“ sehen. Leider fehlte von unserem Elefanten jede Spur.
Also versuchten wir in die nächste Bucht hinein zu schauen. Tatsächlich, da stand ein Felsen, der dem Bild des Elefantenfelsens recht ähnlich sah. Nur einen Elefanten konnten wir nicht wirklich erkennen. Also nachten wir uns auf durch das noch Hüfttiefe Wasser in die andere Bucht zu warten, in der Hoffnung, dass der Felsen vielleicht von der anderen Seite wie ein Elefant aussieht.
Dies war allerdings vergebene Mühe.

Der Felsen war von allen Seiten recht hübsch anzuschauen und bei den Lichtverhältnissen auch super zu fotografieren, aber der Elefant war trotzdem nicht zu erkennen.
Wir schossen also einfach zieg Fotos in der Hoffnung, dass wir vielleicht am Ende, wenn wir die Fotos noch einmal durchschauen auf den Bildern einen Elefanten erkennen können.

Auf unserem Rückweg zum Auto trafen wir dann ein Pärchen, was uns erzählte, dass es Ende November, also vor knappen drei Wochen schon einmal an diesem Strand gewesen wäre und Fotos vom Elefanten geschossen hätte. Da wurden wir natürlich hellhörig, und wollten nun wissen, ob wir den richtigen Felsen fotografiert haben und aus welcher Perspektive wir ihn fotografieren mussten.

Als wir dann ein Foto von vor drei Wochen sahen, war uns recht schnell bewusst, dass wir schon den richtigen Felsen fotografiert hatten. Nur leider war innerhalb der letzten drei Wochen dem Elefanten der Kopf samt Rüssel weggebrochen und somit war kein Elefant mehr erkennbar. Schade!!

Am Ende hatten wir dann wenigstens noch ein bisschen Glück.
Als wir zurück am Parkplatz waren, stand dort gerade der Ranger, der dafür verantwortlich war zu kontrollieren, ob dort verbotener Weise gecampt wird.
Wir fragten ihn ganz lieb, ob er uns erlauben würde dort zu campen. Wir bräuchten nur ein Stück Wiese und eine Toilette (die dort vorhanden war).
Der Ranger gab uns zunächst eine Broschüre, in der die nächsten Campingplätze in der Nähe aufgelistet waren. Dann, mit einem Blick auf seine Uhr (es war bereits kurz vor acht Uhr abends), sagte er, dass er der Einzige sei, der diesen Platz kontrollierte und das er erst am späten Morgen wieder kommen würde. Da ja gerade Weihnachten ist, dürften wir für diese eine Nacht dort bleiben und sollten aber am nächsten Morgen, wenn er wieder käme, nicht mehr dort sein.

So konnten wir also in direkter Standnähe eine Nacht kostenlos übernachten.

Ach so, dass haben wir auch noch nicht erzählt. Wir haben unseren ersten Pinguin gesehen. Einen Blaupinguin noch in Picton auf der Südinsel.
Unsere Fähre zur Nordinsel hatte etwas Verspätung. Deswegen verbrachten wir noch ein wenig Zeit am Hafen und dort schwamm ein kleiner blauer Pinguin an uns vorbei. Natürlich hatten wir unsere Kamera in diesem Moment im Auto liegen und als wir sie geholt hatten, war der Pinguin nicht mehr da. Deswegen gibt es leider kein Beweisfoto… Allerdings ist Alex sehr happy :-)

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