Juan de Fuca Trail

Wir dachten uns, dass wir vielleicht erst einmal erklären, warum wir uns gerade auf Vancouver Island befinden und nicht wie geplant den Pacific Crest Trail (PCT) im Westen der USA wandern.

In Patagonien und Florida ist uns aufgefallen, dass wir für eine drei wöchige Wanderung ganz schön viel Gepäck dabei haben.
Zusätzlich müssten wir noch jeder wenigstens Getränke für ein bis zwei Tage dabei haben und mindestens für eine Woche Essen. Das hätte zur Folge gehabt, dass wir nicht mehr unser gesamtes Gepäck in unsere Rucksäcke bekommen hätten und jeder noch jeweils einen zusätzlichen Rucksack vor die Brust hätte tragen müssen.

Wir entschieden uns, dass das vielleicht etwas zu viel des Guten wäre und wir nach kurzer Zeit die Lust verlieren würden.

Auf der Kreuzfahrt haben wir dann Stan und Carol kennengelernt. Sie leben auf Vancouver Island und haben so von ihrer Insel geschwärmt, dass wir überlegten unsere Pläne für den PCT über den Haufen zu werfen. Als sie uns dann erzählten, dass es den berühmten West Coast Trail auf ihrer Insel geben gibt und wir diesen googelten, hatten sie uns.

Wir entschieden uns, dass wir Stan und Carol besuchen und zusätzlich den West Coast Trail gehen wollen.

Als wir uns letzte Woche weitergehend über den Trail informierten und uns versuchten anzumelden, da pro Tag „nur“ 70 Personen neu starten dürfen, wurde uns mitgeteilt, dass der Trail bis zum Ende der Saison ausgebucht ist. Wir hätten uns bereits 90 Tage im Voraus anmelden müssen, um noch einen Platz zu ergattern.

Flitzi, mit der wir auch den Stampede Trail zum Magic Bus gewandert sind, erzählte uns dort von einem anderen Trail auf Vancouver Island, der genauso schön, wie der West Coast Trail sein soll, nur ein bisschen kürzer und dafür anstrengender.

Die Nachbarn von Stan und Carol erwähnten dann, dass es an der Westküste den Juan de Fuca Trail gibt und dieser an den West Caost Trail anschließt. Der Vorteil dieses Trail wäre, dass dort keine Registrierung notwendig ist.

Also starteten wir am letzten Samstag in Richtung Victoria, da dies auf dem Weg in Richtung Westküste lag.
In Victoria sahen wir dann abends ein Meat Loaf Konzert. Leider hat er seine besten Zeiten schon hinter sich…

Meat Loaf Konzert

Nach dem Konzert ging es weiter Richtung Westküste. Wir fanden in der Nähe des Ausgangspunktes einen öffentlichen Parkplatz, wo wir uns ein paar Stunden in unser Auto legen konnten. Da wir uns nicht ganz so sicher waren, ob es wirklich erlaubt war, dort über Nacht zu stehen, schliefen wir beide nicht sonderlich gut und viel.

Morgens um 6 Uhr machten wir uns auf, den Ausgangspunkt des Trails (China Beach) zu suchen. Nachdem wir den offiziellen Parkplatz für unsere Wanderung gefunden hatten, sahen wir, dass zirka zwei Stunden später ein Bus zum Ende des Trail fährt.

Wir entschieden uns, diesen Bus zu nehmen und von dort zu starten. So wären wir beim Beenden der Wanderung unabhängiger, weil wir nicht auf einen Bus, der uns zurück zum Anfang des Trails bringt, warten müssten. Wir endeten also an unserem Auto und konnten einfach wieder in Richtung Ladysmith fahren, ohne auf den Busfahrplan angewiesen zu sein.

Gegen zehn Uhr starteten wir also unsere Wanderung vom eigentlichen Ende des Trails.

Wir hatten super Wetter, was bedeutete, dass sich der Regenwald, durch den wir liefen, wie eine natürliche Dampfsauna anfühlte.

Über Bäume

Der Weg an sich war super. Wir wanderten durchgehend über Holzstämme, umgefallene Bäume und Hängebrücken. Zwischendurch kamen wir immer wieder zurück zum Strand, so dass auch genügend Abwechslung dabei war.

Hägebrücke

Unsere zwei Nächte auf dem Trail übernachteten wir auch in direkter Strandnähe, so dass wir unser Abendessen und unser Frühstück am Strand genießen konnten.

Die knapp 50km des Trails sollten eigentlich in vier bis fünf Tagen gegangen werden. Da uns jedoch der erste Campingplatz nicht so gut gefiel und uns gesagt wurde, dass wir auf jeden Fall am Sombreo Beach übernachten müssten, entschieden wir uns am ersten Tag 20 km zu wandern, um diesen Strand zu erreichen.
Mit nur knappen zwei Stunden Schlaf und 15 kg auf den Rücken haben die letzten Kilometer keinen wirklich Spaß mehr gemacht und den Strand konnten wir leider auch nicht mehr so genießen, wie wir es eigentlich vor hatten. Um neun Uhr entschieden wir uns den Tag zu beenden und schlafen zu gehen.

Strandlatschen

Am nächsten Morgen standen wir dann vor der Entscheidung entweder nur 8 km zu wandern oder 20 km, da hier zwischen kein Campingplatz mehr liegt. Nach den acht Kilometern und Erreichen des ersten Campingplatzes entschieden wir uns dazu, dass wir doch noch die weiteren 12 km wandern wollten. Es warteten jedoch 12 harte Kilometer auf uns, die ununterbrochen bergauf und bergab gingen. Am Ende konnten wir auch hier die letzten Kilometer nicht mehr richtig genießen.

Abwärts klettern
Am Campingplatz war ich dann, auch auf Grund von Wassermangel (wir hatten jeder nur zwei Liter auf der Wanderung getrunken und waren siebeneinhalb Stunden unterwegs) so fertig, dass ich es nur noch schaffte mich um unser Abendessen zu kümmern. Alex musste unser Zelt alleine aufbauen.

Strand genießen

Da wir in den ersten zwei Tage also schon 40 km zurück gelegt hatten, fehlten uns nur noch neun Kilometer bis wir zurück an unserem Auto waren.
So schliefen wir unsere zweite Nacht im Zelt aus, nahmen uns beim Frühstück viel Zeit, kochten uns noch Tee für die Wanderung und machten uns dann gegen elf Uhr auf, die letzten neun Kilometer zu wandern.
So schafften wir den Trail nicht in den angegebenen vier bis fünf Tagen, sondern in zweieinhalb Tagen.
Zur Belohnung gab es dann auf dem Rückweg eine Cola und Pizza. J
Wie gut plötzlich diese „alltäglichen“ Dinge schmecken können…

Gestern nutzten wir dann den Tag, um uns ein bisschen zu erholen, im Garten zu helfen und unsere Wäsche zu waschen.

Heute gab es eine weitere Segeltour mit Stan, Carol und deren Enkeln und nun sind wir gespannt, wie hier morgen wohl Kanadas Geburtstag gefeiert wird!

One thought on “Juan de Fuca Trail”

  1. Hallo ihr zwei, wenn wir dem Alltagsstress entfliehen wollen lesen wir immer eure Beiträge und ich muss sagen es macht einfach nur Spaß. Vielen Dank dafür! Euch weiter eine schöne Zeit LG aus Oberhausen Familie dahmann

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