Into the Wild

Am Mittwoch trafen wir uns an der Touristen Info des Denali Nationalparks mit den drei Mädels (Laura, Anna, Flitzy) die wir am Dempster Highway kennengelernt hatten.
Wir trugen unsere Ergebnisse, über unsere Recherchen für die Wanderung über den Stampede Trail zusammen und fuhren dann direkt zum Ausgangspunkt des Weges, um am nächsten Morgen von dort direkt starten zu können.
Abends gab es dann ein schönes, wärmendes Lagerfeuer mit Marshmallows.

Am Donnerstagmorgen, nach einer erholsamen Nacht im Zelt starteten wir den Versuch den Magic Bus zu erreichen.
Im Vorfeld berichteten uns verschiedenen Leute, dass der Teklanika Fluss, den wir furten mussten, im Moment viel Wasser führen soll und nicht passierbar sei.
Wir waren uns jedoch einig, dass wir uns auf jedenfall an diesem Fluss versuchen wollten.

So wanderten wir die ersten Kilometer auf einer Forststraße und wichen immer wieder kleineren Seen auf unserem Weg aus.

Wanderung abseits der Straße

An einer Stelle war die Straße so überschwemmt, dass wir uns unseren eigenen Weg durch eine Sumpflandschaft suchten. Die Schuhe und bei mir die Füße sind leider trotz des Umweges nicht trocken geblieben.
An einem See, an dem wir einen kleinen Stopp machten, um einen trockenen Weg zu suchen, hörten wir über uns Stimmen und rochen Feuer.
Ein paar Meter über uns verlief die mittlerweile trockene Forststraße, an der andere Wanderer ihr Camp aufgeschlagen hatten. Also stiegen wir die paar Meter bergauf und führten unseren Weg auf der Straße weiter.

An einem kleinen Bach, wo wir das erste Mal wirklich unsere Schuhe ausziehen mussten, trafen wir ein Pärchen, was am Teklanika Fluss gescheitert und nun wieder auf dem Rückweg war.

Am ersten Fluss, mussten wir dann das erste Mal auf dieser Wanderung nicht nur die Schuhe, sondern auch die Hosen ausziehen, um diese trocken zu halten.

Durchquerung des ersten Flusses

Ganz schön kalt dieses Flusswasser…

Nach einer weiteren Stunde wandern, trafen wir dann auf den unbezwingbaren Fluss. Leider auch für uns.

Wir waren fest entschlossen eine Durchquerung wenigstens zu probieren. Ein paar Meter flussaufwärts fanden wir eine geeignete Stelle und banden Anna und Flitzy in ein Kletterseil ein, in der Hoffnung, dass sie das andere Ufer erreichten.

Versuch der Durchquerung des zweiten Flusses

Leider war die Strömung überall so stark und der Wasserstand so hoch, dass eine Durchquerung für uns unmöglich war.

In einem Camp am Fluss fanden wir ein Wegbuch, vermutlich für alle Wanderer, die den Bus nicht erreichten.
Wir trugen uns ein und da wir traumhaftes Wetter hatten, bereiteten wir uns am Fluss unser Abendessen zu. Genossen in der Sonne das Mahl und brachen um 21 Uhr auf, dass Camp zu erreichen, wo wir die Stimmen hörten und das Feuer rochen.

Um 23:30 Uhr nach einer weiteren Durchquerung des ersten Flusses erreichten wir unser Camp für diese Nacht.
Pünktlich, um mit Anna auf ihren Geburtstag mit einem großen Schokokuchen und alkoholfreien Sekt anzustoßen.

Geburtstagsfeier um Mitternacht

Nach einem langen Tag, folgte eine kurze Nacht, in der meine Schuhe es nicht schafften zu trocknen, sodass es am Freitag mit nassen Füßen über die Forststraße zurück zu unseren Fahrzeugen ging.

Wir hatten unglaublich viel Spaß mit den Mädels und sind froh, dass wir den Weg versucht haben. Der Reiz von „Into the Wild“ ist jedoch ein bisschen verloren gegangen…

Das Wildeste, was wir auf dem Weg fanden, waren die Heerscharen von Mücken. Alex hat auf seinen Händen zusammen 75 Mückenstiche und im Gesicht noch einmal 20. Die an den Beinen und Füßen haben wir nicht mehr gezählt…
Der Weg wird uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.

An den Fahrzeugen entschieden wir uns, zum Denali Nationalpark zurück zu fahren, um von dort aus einem Touristenbus in den Park zu nehmen, in der Hoffnung einen Blick auf den Mount Denali zu erhaschen.
Da an diesem Tag leider keine Busse mehr fuhren, suchten wir uns eine Stelle am Straßenrand, wo wir unsere Zelte aufstellen konnten.
Nachts um ein Uhr wurden wir jedoch aus den Federn geholt, da jemand anderes diesen Platz gemietet hatte und uns nicht als kostenlose Untermieter duldete.
Also machten wir uns mitten in der Nacht auf die Suche, nach einem neuen Schlafplatz.
Um zwei Uhr standen unsere Zelte dann wieder, bis um kurz vor sechs Uhr der Wecker klingelte, damit wir um sieben Uhr mit dem ersten Bus in den Nationalpark fahren konnten.

Leider hingen die Wolken so tief, dass ein Blick auf den Mount Denali nicht möglich war.
Am Wonder Lake, die vorletzte Station im Park, verabschiedeten wir uns von den drei Mädels, die von dort aus den nächsten Bus zurück zum Parkeingang nahmen. Wir fuhren mit unserem weiter bis zu hintersten Punkt des Parks und dann zurück bis zum Igloo Creek Campground, was unser Schlafplatz für die nächste Nacht war.

Der letzte Punkt im Denali NP

Auf der Fahrt zum Igloo Creek Campground erzählte uns unsere Busfahrerin, dass der Magic Bus für den Film „Into the Wild“ nachgebaut wurde und das Duplikat nun an einem Restaurant im nächsten Dorf (Healy) besichtigt werden kann.

So führte uns unser Weg heute, nach 13 Stunden Schlaf im Zelt zum Restaurant in Healy, um wenigstens das Duplikat einmal zu besichtigen.

Into the Wild Bus

So können wir jetzt sagen, dass wir den Weg gegangen sind, um den Bus zu sehen und am Ende wenigstens einen Bus gesehen haben, der so aussieht, wie der, den wir gesucht hatte.

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