Freizeitstress

Wir hatten nicht erwartet, dass wir auf einer normalen Kreuzfahrt (wir waren bis jetzt ja nur die Full Metal Cruise gewohnt) Freizeitstress bekommen würden.

Aber immer der Reihe nach…

Am Samstag ging es mit Sack und Pack zum Port Everglades in Fort Lauderdale.

Ohne es zu wollen, fielen wir gleich auf. Nicht nur, dass wir von den meisten Passagieren des Schiffes die Enkelkinder sein könnten, wir waren auch die Einzigen, die mit Rucksack eingecheckt haben.
Unser Problem war, dass wir, da wir die Cruise so kurzfristig bekommen haben, keine Bordingpässe ausdrucken konnten. Somit hatten wir auch keine Gepäckanhänger, konnten unser Gepäck also nicht abgeben und waren damit die Einzigen mit großem Gepäck in der Warteschlage zum Einchecken.

Die Mitarbeiterin am Schalter konnte uns ohne unsere Bordingpässe nicht so recht weiterhelfen und verwies uns an eine Kollegin. Diese ging dann ohne mit uns zu sprechen quer durch den Terminal zum Mitarbeitereingang, um dort festzustellen, dass wir keine Mitarbeiter sondern Urlauber sind.

Also ging es durch den gesamten Terminal zurück und wieder an allen anderen Passagieren vorbei direkt aufs Schiff. Dort wurden wir an der Bordrezeption abgestellt, wo wir erneut gefragt wurden, ob wir Mitarbeiter seien… Nach erneuter Erklärung und etwas Bearbeitungszeit bekamen wir im Anschluss unsere Zimmerkarte.
So waren wir dann wenigstens früher als die meisten andere auf dem Schiff. Später wurden wir von vielen Passagieren widererkannt und gefragt, was wir mit Wanderstiefeln und großen Rucksäcken auf dem Schiff unternehmen möchten…

Es ist allerdings so schön, wann immer wir möchten, an unsere Kleiderschränke in der Kabine zu gehen und dort Kleidung herauszunehmen.
Wir hätten vorher nicht gedacht, dass uns Kleiderschränke auf der Reise fehlen würden, aber das Gefühl frische Kleidung aus einem sauberen Schrank heraus zu nehmen, hat schon ein bisschen was von Luxus.

Für alle, die noch nie mit Rucksack unterwegs waren…
Normalerweise haben wir unsere Kleidung in verschiedenen Plastiktüten im Rucksack verstaut und wenn wir Kleidung suchen, werden die einzelnen Tüten aus dem Rucksack gezogen, hineingeschaut, bis die Richtige dabei ist und dann alles wieder zurück gestopft.

Kleiderschränke sind toll!!!

Am Samstag, nach Betreten des Schiffes, fing dann auch der Freizeitstress an. Hier gab es eine Aktivität nach der anderen und gefühlt alles zur selben Zeit.

Hier wurde uns Poker erklärt, Bilder versteigert, irgendwelche Gewinnspiele angeboten usw. Wir kamen zunächst gar nicht dazu den Pool und Wirlpool zu testen.

Am Sonntagmorgen gab es dann, bevor es auf eine Privatinsel der Holland American Line auf den Bahamas ging, das erste Highlight zum Frühstück.
Es gibt richtig echtes, wohl amerikanisches, aber trotzdem echtes Nutella aus einem Nutellaglas :-) mit so vielen Scheiben Schwarzbrot wie wir möchten… So kann ein Tag starten…

Danach ging es runter vom Schiff, um diese kleine, karibische Insel zu erkunden. Viel gab es nicht, aber der Sand war so fein, dass es sich anfühlte, als ob wir auf Watte laufen würden und dazu Wasser, welches glasklar, türkisblau und dazu noch angenehm kühl war. So haben wir uns die Karibik vorgestellt.

Alex vor unserem Schiff auf dem Bahamas

Montag und Dienstag folgten zwei Seetage. Hier gaben wir uns viel Mühe, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wir genossen es jedoch auch, einfach auf einer Liege zu liegen, aufs Meer hinaus zu schauen und mal wieder gute Musik über unseren MP3 Player zu hören (da fehlte uns vorher etwas die Zeit für ;-) )

Heute Morgen konnten wir dann für ca. fünf Stunden Cartagena in Kolumbien erkunden. Da wir keine Lust und kein Geld hatten eine vom Schiff organisierte Tour mitzumachen, hatten wir vorher versucht an Informationen zu kommen, ob wir zur Altstadt laufen können und welche Attraktionen es so gibt.

Alex auf einer Kanone auf der Stadtmauer von Catagena

Sobald man sich jedoch outet keine Tour buchen zu wollen, bekommt man keine Informationen mehr und laufen könne man schon mal gar nicht. Das sei alles viel zu weit weg und wir würden nicht pünktlich wieder zurück sein.

Öffentliche Toiletten in Catagena, Kolumbien

Nachdem wir die Angebote der Taxifahrer (diese starteten bei $20 und endeten bei $5) abgelehnt hatten, liefen wir 45 Minuten bis in die Altstadt, hatten dort genügend Zeit uns alles in Ruhe anzusehen und schlenderten anschließend gemütlich zurück zum Schiff, sodass wir wieder pünktlich an Bord waren.

Jetzt geht es weiter Richtung Panamakanal, den wir dann morgen passieren werden.

2 thoughts on “Freizeitstress”

  1. Hallo Alex, sitze mit deiner Mutter im Garten. Wünsche euch noch viele tolle eindrucksvolle Erlebnisse. Das ist mein erster Smartphone Versuch. Liebe Grüße an Nicki.
    Liebe Grüße
    Gabi ??
    L.G Mama?

  2. Liebe Nicki, lieber Alex,

    Das klingt aber nach einer schönen Zeit an Bord/Land! Lasst Euch von den Rentnern nicht beirren. Und genießt den Kreuzfahrt-Luxus. Wer weiß, wann Ihr den das nächste Mal habt… Und wenn es nur Schränke sind ?
    Schöne Grüße aus dem heute 27°C warmen Herten.

    Martha

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