Elefanten hautnah

Die Tage im Nationalpark nutzen wir, um uns ein wenig von der Trekkingtour zu erholen und unsere nächsten Wochen zu planen.

Außerdem standen noch ein paar Aktivitäten an.

Wir wechselten nach der ersten Nacht unser Hotel, da wir dort stark das Gefühl hatten über den Tisch gezogen zu werden.

In unserem zweiten Hotel (***) fühlten wir uns schon wohler. Wir bekamen zur Begrüßung ein heißes Getränk unserer Wahl, dazu eine Liste mit Aktivitäten, die wir direkt über das Hotel buchen konnten. Zu unserer Überraschung standen hier die Preise hinter den Angeboten und wurden nicht nach einer Abschätzung des Gegenüber kalkuliert. Wir mussten also nicht versuchen zu handeln, sondern haben einfach einen festen Preis bezahlen können.

Direkt als erste Aktivität stand Baden mit Elefanten auf unserem Programm. Unser Hotel hat uns gefragt, ob wir unbedingt zu dem offiziellen Elefantenbaden gebracht werden möchten oder ob wir uns lieber die Fahrtkosten sparen wollen und mit dem Hoteleigenen Elefanten am nahegelegenen Fluss Baden gehen wollen.
Wir entschieden uns dann für die günstigere Variante.
So ging es mit dem Elefanten im Schlepptau zum Fluss. Da wir noch auf dem Besitzer des Elefanten warten mussten, zeigte uns unser „Guide“ vom Hotel ein Krokodil, welches auf der anderen Flussseite im Gras lag, zirka 100 Meter von uns entfernt. Um noch ein besseren Eindruck von dem Tier zu bekommen, führte er uns dann noch ein wenig näher heran.
Ziemlich beruhigend zu wissen, dass wir gleich in genau diesem Fluss baden gehen wollen…

Als der Besitzer dann auch am Fluss eintraf, führte er den Elefanten ins Wasser und wir folgten ihm. Er befahl dem Elefanten sich auf die Seite zu legen, sodass wir die Möglichkeit hatten aufzusteigen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass das im offiziellen Programm nicht vorgesehen ist. Als wir dann auf dem Rücken des Elefanten saßen, sollte dieser uns eigentlich mit seinem Rüssel nassspritzen, allerdings hatte er da nicht so richtig Lust drauf. Nach dem er es dann drei Mal erfolgreich geschafft hatte uns von seinem Rücken „zu schmeißen“, meinten wir, dass uns das nicht so wichtig wäre. Es wäre uns wichtiger, dass er nicht für uns gequält wird.
Wir hätten dann den Elefanten noch als Sprungbett nutzen können, aber entschieden wir uns dagegen, immerhin ist es immer noch ein Tier.
Da das Hotel aber irgendwie Angst hatte, dass wir mit dem Baden nicht zufrieden waren, da der Elefant ja nicht das gemacht hat, was er machten sollte, durften wir noch mithelfen den Elefanten zu baden und zu massieren. Dazu legte er sich ins Wasser auf eine Seite, wir bekamen jeweils einen Stein in die Hand gedrückt und damit durften wir dann so lange wir und der Elefant wollte, auf seinem Körper herum schrubben. Nach einer Weile gab es dann einen Seitenwechsel und als unser „Guide“ meinte, dass es nun genug sei und wir so langsam zum Hotel zurückgehen könnten, überhörten wir ihn einfach mal gekonnt ;-)
Ich hätte Stunden damit weiter machen können! Einfach ein Traum, so nah an einem Elefanten zu sein und dann auch noch, ohne dass er gequält wird.

baden-mit-elefanten

Am Nachmittag besuchten wir noch eine Elefantenzuchtstation. Wir sind im Vorfeld davon ausgegangen, dass wir dafür von einem Auto abgeholten werden und dorthin gebracht werden.
Naja, ein Auto war es nicht, aber laufen mussten wir auch nicht.

Unser Hotelguide besaß ein eigenes Motorrad und da es in Nepal erlaubt ist, mit bis zu fünf Personen auf einem Motorrad zu fahren, war es gar kein Problem. So fuhren wir zu dritt auf seinem Motorrad durch die Straßen. Da es anscheinend etwas ganz besonderes war, dass Touristen so transportiert werden, hupte er gefühlt noch ein paar Mal öfter, damit wir auch von jedem gesehen wurden.

Die Zuchtstation hat uns dann nicht so wirklich gut gefallen. Die Elefantenkühe sind mit Ketten an Holzpfählen festgebunden und warten darauf, dass abends die frei laufenden Elefantenbullen zu ihnen kommen und sie Begatten.

Die dann neuen produzierten Elefanten, werden nach einiger Zeit ca. 20 Tage lang „gequält“, um deren Willen zu brechen und handzahm zu machen. So können sie später als Arbeitstiere verwand werden.

Am Abend freuten wir uns auf ein schönes Abendessen.
Da die Karte jedoch nicht so umfangreich war, bestellten wir zwei Cola, jeder eine Suppe oder Salat als Vorspeise und einen Burger als Hauptgericht.

Kurz nach unserer Bestellung blickte der Kellner in den Kühlschrak, kam zurück und teilte uns mit, dass es keine Cola mehr gebe.

So tranken wir dann Sprite und warteten auf unser Essen.
Eine dreiviertel Stunde später, kam der Kellner dann wieder zu unserem Tisch und sagte „Sorry, Burger“. Da wir nicht so ganz wussten, was er uns damit mitteilen wollte, fragten wir noch einmal nach. Er erklärte uns dann, dass sie keine Burgerbrötchen mehr hätten und deswegen würde es heute keine Burger geben.
Wir waren etwas verwundert, dass dies dem Personal nach einer ganzen dreiviertel Stunde nach unserer Bestellung aufgefallen war, aber na gut. So bestellten wir dann etwas anderes und eine halbe Stunde später bekamen wir dann auch unser Essen.

Am nächsten Tag folgte eine vierstündige Jeepsafari. Da wir durch Afrika ziemlich verwöhnt waren, lag unsere Messlatte sehr hoch. Dies hatte zur Folge, dass die Safari im Chitwan Nationalpark mit den afrikanischen nicht mithalten konnte. Wir können nicht sagen, dass wir enttäuscht waren, aber gelohnt hat sie sich auch nicht wirklich.
Wir fuhren in einer relativ hohen Geschwindigkeit durch den Nationalpark, unser Guide erklärte leider überhaupt nichts und am Ende haben wir ein Nashorn und ein paar Rehe gesehen.

Das Essen am Abend sah dann ähnlich wie am Vortag aus. Burger gab es immer noch nicht und mittlerweile waren auch die Sprite aus, aber eine Flasche Cola hatte sie irgendwo gefunden.

einbaumbootfahrt

Es folgten am nächsten Tag noch eine Einbaumboot Tour, bei der wir viele Vögel und Krokodile beobachten konnten und am Nachmittag eine Elefantensafari zum Abschluss.
Normalerweise haben immer vier Gäste auf einem Elefanten Platz, da es für uns aber keine zwei weiteren Personen gab, bekamen wir einen kleineren Elefanten und hatten das Glück alleine auf diesem sitzen zu dürfen.
Viele Tiere haben wir leider auch hier nicht gesehen, aber das Erlebnis auf einem Elefanten durch einen Dschungel zu reiten, war toll!

elefantensafari

Abends gab es dann tatsächlich Burger und eine Flasche Cola wurde extra nach unserer Bestellung vom nahe gelegenen Shop geholt.

Heute geht es nun die 140 km zurück nach Kathmandu für die wir rekordverdächtige zwölfeinhalb Stunden gebraucht haben.
Morgen ist dann unser letzter Tag in Nepal und am Sonntag fliegen wir schon nach Kuala Lumpur.

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