Die erste Planänderung

Nachdem wir uns für 10 Tage aus der Zivilisation verabschieden wollten, kam doch alles anders als wir dachten.

Am Mittwochmorgen starteten wir mit dem Bus zum Nationalpark Torres del Paine.

Als wir dort ankamen, wir einen Film, über Dinge die wir im NP nicht machen dürfen, gesehen und das Eintrittsgeld bezahlt hatten, wurde uns mitgeteilt, dass die Fahrt hier zu Ende sei und wir nun entweder ca. 7 km Straße laufen oder einen neuen Bus bezahlen müssten.

Kurz durchgerechnet sollte die erste Etappe nur knapp 5 Std. dauern, also entschieden wir uns kurzer Hand fürs laufen. Leider hatten wir vergessen die Höhenlinien zu beachten…

Schotterstraße latschen

Knapp eine Stunde später begann die eigentliche Tortur.

Der Weg zum ersten Camp

Mal eben 700 Höhenmeter mit ca. 15 kg Gepäck auf dem Rücken ist dann doch alles andere als eine Eingehtour.
Im ersten Camp am Berg angekommen, schnell das Zelt aufgebaut, gut dass wir dieses Zelt gekauft haben, das Aufbauen war wirklich ein Kinderspiel und dann gleich weiter die letzten Höhenmeter zum Torres del Paine Lookout.

Warum nur um alles in der Welt hatten wir den gesamten Tag keine einzige Wolke am Himmel und als wir oben ankamen und endlich Fotos von diesem traumhaften Bergmassiv hätten machen können, sind nicht die Berge, aber doch der strahlend blaue Himmel verschwunden.

Lookout Torres del Paine

…da hätte uns schon auffallen müssen, dass diese Tour unter keinem guten Stern stand…

Zurück am Zelt, schnell den Campingkocher aufgebaut und mal eben Essen kochen… Wenn denn der Kocher auch so funktionieren würde, wie ich es gewohnt war.

In Punta Arenas haben wir uns extra im Campingladen Spiritus für unseren Kocher besorgt. Egal, was die uns verkauft haben, aber das Zeug ist unglaublich mies, es verrußt alles, die Flamme kommt gefährlich zwischen Kocher und Topf hervor und ich hatte ständig Angst, etwas abzufackeln…

Durch die anstrengende erste Tour wollten wir am nächsten Morgen entscheiden, ob wir unsere eigentliche Tour, das „O“ noch laufen, oder auf das „W“ umsteigen. Falls wir das „W“ gehen, wollten wir morgens zum Sonnenaufgang erneut zum Lookout, um schöne Bilder zu schießen, da es aber natürlich am nächsten Morgen regnete, wurde uns diese Entscheidung abgenommen und wir weiter geschlafen haben.

Während des Abstiegs vom ersten Camp entschieden wir uns für das „W“. Unsere Beine waren schwer und die Winde sollten in den nächsten Tagen bis zu 100 km/h stark werden.

Abstieg vom ersten Camp

Am Ausgangspunkt der Tour wieder angekommen, schlugen wir unser Lager für eine Nacht auf. Für die kommenden zwei Nächte wollten einen kostenlosen Campingplatz buchen, dass konnten wir wiederum nur vorne am Parkeingang, wo wir auch den Film schauen mussten. Also ging es mal wieder zu Fuß über die Straße zum Eingang.
Auf der Hälfte der Strecke erbarmte sich ein Busfahrer uns nahm uns mit. Dort angekommen erfuhren wir, dass der Campingplatz für diese zwei Nächte ausgebucht war, also wieder Marsch zurück zum Camp. …wie ich Straßen latschen liebe… :-(
Kurz vorm Camp und bei den ersten Regentropfen wurden wir von zwei Australiern mit zurück genommen.

Gut dass wir uns für das „W“ entschieden haben, was bei uns unten als Regen ankam, war bis auf 800 Höhenmeter Schnee. Das hätte keinen Spaß gemacht.

Abends gönnten wir uns in einer Hütte eine Portion Pommes mit Gemüse und Fleisch und eine warme Dusche, bevor uns eine weitere Nacht im Zelt bevor stand.
Der Weg nachts in die Kälte zur Pippibox wurde durch einen atemberaubenden Sternenhimmel belohnt und anschließend bei Alex mit Durchfall und Fieber bestraft.

Atemberaubender Sternenhimmel
Somit ging es dann gestern nicht weiter, sondern erst einmal zurück nach Puerto Natales ins Hostel, wo wir uns erholen können, bevor wir dann vielleicht in zwei Tagen erneut aufbrechen…

Sonnenaufgang im Torres del Paine NP

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