Abschied nehmen

Nach Bunbury wussten wir nicht mehr so genau, was wir machen sollten. Wir haben es wohl geschafft unseren Van ohne Aufpreis verlängert zu bekommen, aber das reichte trotzdem nicht aus, um in den Norden des Westens zu fahren.

Wir hatten zuvor von anderen Reisenden gehört, dass Fremantle ein schönes Örtchen sein sollte, mit einem schönen Markt und kleinen Einkaufsstraßen. Also fuhren wir zu nächst dort hin. Der Markt hat sich wirklich gelohnt, nicht nur, weil er nett anzusehen war, er bot auch kulinarisch allerhand und das Beste an Märkten, wir konnten viele Köstlichkeiten probieren, ohne alles direkt kaufen zu müssen ;-)

Nachdem wir uns dort ein bisschen aufgehalten hatten, fuhren wir dann doch noch etwas in Richtung Norden. In jedem Fall etwas nördlich von Perth, um uns dort die Pinnacles anzuschauen. Das sind bizarre Felsformationen in den dortigen Sanddünen. Uns wurde vorher gesagt, dass sie nicht wirklich spektakulär wären und wir nicht extra dafür dorthin fahren sollten, aber da wir eh Zeit hatten, wollten wir uns die Pinnacles ansehen.
Im Nachhinein müssen wir sagen, dass es definitiv nicht das Highlight der australischen Westküste ist, aber es ist schon ganz schön war sie gesehen zu haben.

Und dann gab es die nächsten Tage Dauerregen. Wir hatten noch einen ganzen Tag mit unserem Van zur Verfügung, aber da es fast den gesamten Tag schüttete, fehlte uns ein wenig der Antrieb, um noch neue Sachen zu entdecken.
Also fuhren wir wieder südlich, schon einmal Perth entgegen und machten an ein paar Shoppingcentern halt.
Da es Sonntag war und nach Perth noch Norden hin erst einmal keine wirkliche Stadt mehr kommt, waren die Shoppingcenter auch eher überschaubar.

Dann ging es nach Perth. Wir checkten in unserem Hostel ein, gaben unseren Van ab und schlenderten dann die nächsten eineinhalb Tage durch die Stadt, leider immer zu bei Nieselregen.

In den letzten zwei Wochen sind wir mal eben 6700 km gefahren. Das ist ungefähr so viel, wie von Lissabon nach Warschau und wieder zurück, also fast ganz entspanntes Reisen ;-)


Schon komisch, wie wir uns plötzlich wieder auf ein richtiges Bett freuten, obwohl wir gut in unserem Van geschlafen hatten und auch komisch, wie schnell es wieder zur Selbstverständlichkeit wird.
Wir waren auch froh, dass wir uns für die letzten drei Nächte in Australien keine Gedanken mehr machen mussten, wo wir die nächste Nacht verbringen oder wo die nächste warme Dusche ist.

An unserem letzten Tag in Perth besuchten wir die ca. 20 km entfernte Insel Rottnest Island.
Kathrin (aus Melbourne) sagte uns zuvor, dass wir, wenn wir dort hinfahren auf jeden Fall ein Foto mit den dortigen Quokka machen müssen.


Diese kleinen Kurzschwanzkängurus leben nur noch auf zwei Inseln an der Westküste Australiens und sind auf Rottnest Island recht zutrauliche Tiere. Vermutlich auch, da sie wissen, dass sie von den Besuchern unerlaubterweise ein paar Leckereien bekommen.
Wir konnten das gut ausnutzen. Es reichte den kleinen Tierchen die Hand hin zu halten und schon kamen sie angelaufen, um nach Nahrung in den Händen zu suchen.
Alex meinte, dass die Tierchen von weitem auch ein wenig wie große Ratten aussehen und tatsächlich bekam die Insel ihren Namen durch die Quokka, da die Menschen damals dachten, dass das Ratten wären und tauften die Insel somit Rattennest.

Wir wollten den letzten Tag in Australien und endlich wieder bei herrlichem Sonnenschein ein bisschen am Strand beim Schnorcheln ausklingen lassen.
So ganz schafften wir es natürlich nicht, wir langen wohl auch bestimmt zweieinhalb Stunden am Strand (was für mich schon eine sehr gute Leistung ist ;-) ), aber danach machten wir uns dann doch auf, die Insel ein wenig zu erkunden.


Die normalen Fortbewegungsmittel auf der Insel sind Fahrräder. Da wir uns jedoch auf unserer Fähre keine Fahrräder geliehen hatten und die auf der Insel dann fast den doppelten Preis für ein Fahrrad haben wollten, beschlossen wir ein letztes Mal ein wenig zu wandern. In der Hitze von Mitte 30 Grad und ohne Schatten, verging uns vor allem am Ende auf dem Rückweg zum Hafen die Lust am Laufen, aber es half ja alles nichts, wir hatten keine Räder, also mussten wir laufen.

Im Hostel hieß es dann von treuen Weggefährten Abschied nehmen zu müssen.
Wir verabschiedeten uns von unseren Wanderschuhen.

Alex Schuhe waren noch gar nicht so alt, er hat sie vor einem Jahr zur Beginn der Reise das erste Mal getragen. Sie waren jedoch schon so mitgenommen, dass sie nicht mehr viel Wasser abhielten und der Geruch, der aus seinen Schuhen kam… naja, wie getragene Wanderschuhe halt riechen können…
Meine Schuhe haben mich die letzten zehn oder elf Jahre auf allen möglichen Bergtouren begleitet und vielen nun dem Zahn der Zeit zum Opfer. Ich verabschiedete sie in ihren wohlverdienten Ruhestand.

 

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