Abschied aus Patagonien

Nachdem wir am Karfreitag von El Chalten nach El Calafate weitergereist waren, wurden wir in unserem Hostel schon etwas sparsam angeschaut, als wir dort gleich fünf Nächte eincheckten. Die Angestellte dort meinte, dass drei Nächte mehr als ausreichend wären und was wir denn die ganze Zeit unternehmen würden.

Da wir das selbst nicht so genau wussten, außer natürlich den Gletscher Pertio Moreno am Ostersonntag zu besuchen, hatten wir bereits versucht in der Touristeninformation am Busterminal etwas mehr über die Stadt zu erfahren. Schwierig nur, wenn die Dame dort weder motiviert ist, noch Englisch spricht oder versteht.

Im Hostel konnte man uns außer des Gletschers auch nicht so wirklich weiterhelfen, also versuchten wir unser Glück bei noch einer anderen Touristeninformation. Nachdem der Mitarbeiter dort meinte, er spräche ein bisschen Englisch und uns danach alles auf Spanisch erklärte, waren wir noch nicht einmal mehr verwundert.

Gletscher Pertio Moreno in der vollen Pracht
Auf Nachfragen, ob wir eine Höhle in der Nähe besichtigen könnten, fiel ihm sogar ein, dass nur 7 km von El Calafate entfernt auch eine Höhle liegt, die man sich anschauen könnte.

Nachdem wir uns schon ein wenig über die Ignoranz dieser Stadt, die immerhin Provinzhauptstadt ist und nichts anderes zu bieten hat, als einen Gletscher, der 70 km entfernt liegt, fiel uns bei dem Besuch der Höhle auf, dass wir diese vermutlich auch keinem Touristen empfohlen hätten. Was wir als historische Höhle vermuteten, entpuppte sich als nachgebildete Felswand aus den 90er Jahren. Naja, wenigstens sind wir bei schönem Wetter gewandert und waren mal ganz alleine in einer „Touristenattraktion“…

Punta Walichu Höhle bei El Calafate

Eine weitere Sehenswürdigkeit in El Calafate sei ein Gletschermuseum. Somit machten wir uns auf den Weg, 6 km Straße zu latschen, um uns das Museum mal genauer anzusehen. An sich war es ganz nett, die 6 km Straße haben sich dafür allerdings nicht gelohnt. Da wir nach der Besichtigung keine Lust mehr hatten die Straße auch wieder zurück zu latschen, stiegen wir am Museum in den nächsten Bus und freuten uns, dass er kein Geld von uns verlangte. Später im Hostel erfuhren wir, dass der Shuttle-Service zum Museum eh kostenfrei ist… Gefreut hat es uns trotzdem…

Gletschermuseum El Calafate

Das letzte Highlight in El Calafate sei ein kleines Vogelparadies, wo Flamingos leben würden. Wir sahen am Horizont auch einige rosafarbene Flecken, aber wirklich vor die Linse wollten sie nicht.

Flamingos in Laguna Nimez

Der Pertio Moreno Gletscher ist jedenfalls sein Geld wert. Er ist unglaublich gewaltig und erhebt sich knapp 55m majestätisch aus dem Wasser empor. In der Zeit, die wir dort verbrachten, kalbte er unentwegt. Zwei wirklich große Eisstücke haben wir ebenfalls abrechen sehen. Ohne wirklich etwas zu unternehmen, starrten wir 5 Stunden auf die Abbruchkanten des Gletschers und konnten am Ende gar nicht so richtig verstehen, wo die Zeit geblieben war. Unglaublich spannenden und beeindruckend dieser Gletscher, der tatsächlich sogar noch wächst.

Gletscher Perito Moreno

Als Resümee für Patagonien lässt sich festhalten, dass es doch ganz anders als in meinen Vorstellungen ist. Man kann zwischendurch auch mal ein paar Berge erblicken, man hat aber leider nie das Gefühl wirklich in den Bergen zu sein, wie beispielsweise in den heimischen Alpen. Schade, dass war meine eigentliche Wunschvorstellung. Vier Wochen lang von einem schönen Bergmassiv zum anderen zu gelangen. Die Wirklichkeit sah dann doch eher so aus, dass wir uns vier Wochen lang in der Pampa befunden haben und am Horizont Berge empor ragen sahen…

Die Chilenen und Argentinier sind in diesem Landesteil auch wenig um die Zufriedenheit der Touristen bemüht, Hauptsache sie lassen ihr Geld da …

Aber wer behauptet eigentlich, dass es in Patagonien nur regnen würde. Wir hatten gerade mal zehn Regenschauer in der gesamten Zeit…

Etwas Sport zwischendurch

Jetzt noch ein Tipp an die modebewussten Mädels… Falls ihr demnächst wandern gehen möchtet und euch das passende Outfit fehlt, dann zieht einfach eure Laufhosen oder Leggings an. Ihr dürft dabei jedoch nicht vergessen eure Socken so hoch wie möglich über die Hose zu ziehen.

Ach Jungs, falls ihr das gleiche Problem wie eure Damen habt, dann stöbert doch einfach ein bisschen bei denen im Kleiderschrank, vielleicht findet ja auch hier eine schicke Leggings…

Und falls ihr keinen passenden Trekkingrucksack zur Verfügung haben solltet, dann ist eine H&M Tüte am Berg immer ein guter Begleiter.

H&M Tüte auf dem Weg zum Berg

P.S.: Wir haben die Eissaison eröffnet… jamjam

Unser erstes Eis des Jahres

3 thoughts on “Abschied aus Patagonien”

  1. Hallöchen Ihr Beiden,
    die ersten 4 Wochen sind nun um. Es ist erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Allerdings macht es mir sehr viel Spaß, Eure Reise und die ganzen Eindrücke mit zu erleben. Ich bin mal auf die Bilder von den Wasserfällen gespannt. Euch weiterhin viele spannende und auch entspannende Eindrücke auf Eurer Reise – natürlich bei bester Gesundheit :-).
    Liebe Grüße aus der Heimat

  2. Hallo ihr Weltenbummler!
    Also auch wenn eure Erwartungen von Patagonien nicht hunderprozentig erfüllt wurden, habt ihr mich dafür sehr neugierig auf diesen Teil der Erde gemacht! :-) Was ich auf den Fotos gesehen habe, sieht toll aus und die Natur ist sehr beeindruckend!

    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß, Glück, Gesundheit und Abenteuerlust in Südamerika und bin schon auf den nächsten Bericht gespannt!

    Ein schönes Wochenende!

  3. Vielen Dank für die schönen Kommentare und die lieben Wünsche.
    (Auch bei allen anderen Beiträgen)

    Nach 2 Tagen an den Wasserfällen auf der argentinischen Seite können wir nur hoffen, dass die Imposants und die Schönheit auf den Fotos transportiert wird.

    Die Fälle sind einfach nur super!!!

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