Abschied aus Neuseeland

Es ging für uns, nach unserem Tag in den Sanddünen, südwärts.

Zunächst wollten wir uns noch den ältesten Baum Neuseelands anschauen. Dieser ist bereits über 2000 Jahre alt. Immer wieder beeindruckend, wie hoch und dick Bäume werden können und immer wieder eine Herausforderung ein vernünftiges Foto davon zu schießen.

Wir haben auch gerade in den Nachrichten gelesen, dass wir mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Der über 1000 Jahre alte Baum, der im Yosemite Nationalpark (USA) steht und mit dem wir auch ein Foto gemacht hatten, ist heute einem Unwetter zum Opfer gefallen. Jetzt kann man dort keine Fotos mehr im höhlenartigen Durchgang des Baumes machen, dessen Stamm einen Durchmesser von ca. 10m hat.

Danach standen wir ein bisschen auf dem Schlauch, wo wir noch hin sollten. Die Westküste des Nordes hatte nicht ganz so viel zu bieten. Auch die lokalen Touristeninformationen hatten keine weiteren Vorschläge für uns.
So fuhren wir fast bis Auckland, machten allerdings für Alex in einem Dorf vorher halt, um uns dort eine Pizza zu bestellen. Er las zuvor im Internet, dass dort von einer Pizzeria die Pizzen mit Drohnen ausgeliefert werden. Da wir das alle sehen wollten, jedoch keine weiteren Informationen fanden, wie wir die Pizza bestellen mussten, damit sie mit einer Drohne ausgeliefert wird, fuhren wir zu der Pizzeria und fragten dort nach. Dort bekamen wir dann leider die Antwort, dass sie das wohl mal gemacht hätten, aber dieser Dienst im Moment nicht zur Verfügung steht.
Naja, so gab es dann einfach eine Pizza ohne Drohnenauslieferung.


Für die nächsten Tage nahmen wir uns vor noch an die Ostküste der Nordinsel zu fahren, da wir dort noch nicht waren und Steffi (eine der Schweizer Mädels) meinte, dass dort ihr Lieblingsort von Neuseeland läge.
Wir machten in Tauranga Stopp und sahen uns eine Kiwifarm, die über 60 Hektar Anbauland verfügt, erkundeten einen kleinen Aussichtshügel, machten ein paar Strandspaziergänge und aßen für Neuseeländische Verhältnisse ein leckeres Eis mit Waffeln, die vor unseren Augen frisch hergestellt wurden.

Auf dem Weg hoch zum Hügel kam uns eine Frau entgegen, die uns zu rief, dass wir die Möglichkeit hätten von weiter oberhalb Orca Wale zu sehen. Also hielten wir die Augen offen. Lange Zeit sahen wir keine, sodass wir die Hoffnung schon ein wenig aufgegeben hatten, als dann Alex welche direkt in der Nähe des Festlandes entdeckte. Erst nur ein oder zwei Wale und dann immer mehr, bis wir bestimmt knapp 8-10 Wale sehen konnten, wie sie sich im Wasser tummelten. Dort beim Zusehen konnten wir fast vergessen, dass wir eigentlich auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt waren. Letztendlich war der Aussichtspunkt dann auch ganz schön, aber die Wale noch einmal sehen zu können, war definitiv das eigentliche Highlight dieser Wanderung.


Dort in diesem Dorf passierte uns dann auch noch ein kleines Malör, was teuer hätte Enden können.
Unser Mietwagen war ein Nissan Tiida Latio. Das Problem dieses Modells war, dass wir nur einen Schlüssel bekommen hatten und es keine andere Möglichkeit gab den Kofferraum zu öffnen, als diesen mit dem Schlüssel aufzuschließen.
Als wir von unserer Wanderung zurückkamen, schlossen wir das Auto und den Kofferraum auf, legten unsere Wanderrucksäcke und Pullover in den Kofferraum und danach schloss ich den Kofferraum.
Kurz darauf fiel Steffi auf, dass sie die Autoschlüssel in ihrem Pulli gelassen hatte, der nun im verschlossenen Kofferraum lag. Somit begann die Aufgabe: Wie öffnen wir einen Kofferraum, ohne Schlüssel. Die Rücksitzbank ließ sich natürlich nicht umklappen und einen Durchbruch im Mittelsitz der Rückbank zum Kofferraum, der ja üblicher Weise für lange Sachen gebraucht wird, gab es auch nicht.
Steffi schlug sich die ganze Zeit mit Telefonaten rum, um vielleicht jemanden an die Leitung zu bekommen, der uns weiterhelfen konnte. Wir müssen so verzweifelt ausgesehen haben, dass ein Anwohner aus seinem Haus kam und fragte, ob wir seine Hilfe benötigten. Als wir ihm das Problem erklärten packte ihn der Ehrgeiz. Er suchte im Internet nach einer Beschreibung unseres Wagens, da unsere Beschreibung im Auto auf irgendwelchen für uns nicht lesbaren (Chinesischen?) Schriftzeichen geschrieben war. Letztendlich fand er eine Beschreibung, wie man die Rücklehnen der Rücksitzbank ausbauen konnte. So schafften wir es eine Seite der Rücklehnen zu lösen und von dort in den Kofferraum zu kriechen und den Pulli mit samt des Schlüssels hinaus zu holen. Steffi hing derzeit immer noch in irgendwelchen Warteschleifen… Da hatten wir noch einmal Glück gehabt!

Gestern fuhren wir dann doch noch einmal hoch zur Coromandel Halbinsel, um uns den Hot Water Beach anzusehen.
Ein unglaubliches Erlebnis. Wir konnten uns von anderen eine kleine Schaufel leihen, um uns einen eigenen kleinen Pool zu buddeln, der von unten mit teilweise heißem Quellwasser gespeist wurde. Gelegentlich konnte das Wasser bis zu 60 Grad heiß werden. Wir sahen auch Einige, die sich ordentlich verbrüht hatten. Das ging wirklich schnell dort. Irgendwann kam die Flut zurück und unsere kleinen Pools wurden von den Wassermassen der Flut aufgelöst, bis wir schließlich ohne Pool im Meer saßen.

Danach ging es zurück nach Auckland, damit wir pünktlich am Flughafen ankamen, um auf unseren Flug nach Sydney zu warten.


Beim Online Check in hatten wir leider nicht die Möglichkeit ein Fensterplatz auszuwählen oder zwei Plätze neben einander zu bekommen. Also fragten wir bei unserer Gepäckabgabe nach, ob es möglich wäre zusammen am Fenster sitzen könnten. Zum Glück war es möglich.
Als wir dann Boarding aufgerufen wurden, stellten wir fest, dass es das erste Mal für uns sein sollte, dass wir mit dem A380, also dem Doppeldecker fliegen sollten.
Als wir dann an der Reihe waren, dass unsere Tickets eingelesen wurden, piepte das Gerät auf und wir wurden zu einem anderen Schalter geschickt. Mit einem etwas mulmigen Gefühl harrten wir also der Dinge, die da kamen. Nach einer Weile drehte sich der Mitarbeiter zu uns um, zerriss unsere Bordingpässe, stellte uns Neue aus und teilte uns mit “Sorry, ich musste ihnen ein Upgrade ausstellen, sie fliegen jetzt Business Class.
So flogen wir also oben in der ersten Klasse des A 380. Wir haben uns ein bisschen wie kleine Könige gefühlt. Es ist das erste Mal, dass wir papp satt aus einem Flugzeug ausgestiegen sind.


Nun sind wir gut in Sydney angekommen und freuen uns darauf morgen die Stadt zu erkunden.

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